09. Juli 09

Vodafone auf der Ems

Das Bild kennen sie: Immer, wenn die Meyer-Werft in Papenburg ein Kreuzfahrtschiff fertig hat, wird dann die Ems aufgestaut und dann kommen die hypermodernen Pötte sehr langsam in Fahrt, um schließlich auf hoher See zu fahren.

So ging es mir heute, als denn das Unternehmen Vodafone in Düsseldorf eine Pressekonferenz veranstaltete, um hier eine neue Marketingstrategie anzukündigen. Ganz gut.

Ganz neu: Vodafone hat mit der Agentur Scholz & Friends, Hamburg und sonstwo, nunmehr neben der klassischen Werbung (Plakate, yeah!) und der Beratung des ganz gut vernetzten Nico Lumma.das Feld des sogenannten Social Media betreten. Also die modernen Seiten wie facebook, twitter, Blog und Co. Das moderne Dingens, von denen alle reden und keiner so richtig weiß, was das denn nun sein soll. Dieses Web 2.0 soll ja auch dazu da sein, den Kunden (!) zuhören zu können, mit ihnen zu reden.

Also, das Internetz wurde dazu etwas aufgestaut, und dann schipperte Vodafone buchstäblich über die Ems. Wenig Kielwasser, langsam, genau, präzise, wenig emotional. Ist ja ein Schiff.

Dazu wurde eine Pressekonferenz, die sich in erster Linie an die Werbe-Fachmedien gerichtet hat, live ins Netz übertragen. Mit den Internet-Promis Sascha Lobo und Robert Basic, die schon da mal mehr oder weniger in Erscheinung traten. Man konnte das kommentieren, Fragen stellen, oder auch lassen. Das Internet ist heute schon voll davon, viele haben von der Couch aus Fußballtrainer gespielt. Die wissen es besser.

So ganz mag ich mir da noch keinen Reim daraus machen (natürlich weiß ich auch alles besser, nur khh weiß es noch besser!), aber bevor ich hier die richtige Kritik zu dieser neuen (sic!) Strategie formuliere, muss ich erst einmal mehr Fakten haben. Und davon gibt es nicht all zu viele. Kommt noch.

Ich mache es mir hier mal sehr einfach und lass' erst mal andere zu Wort kommen. Dabei handelt es sich nur um Beispiele, die ich aus dem Reader gefischt habe. Nix google, nix twitter-search, nix technorati. Wenn ich alles gelesen habe, schreibe ich dann auf, was ich alles besser weiß. Oder auch nicht.

Mirko Lange - sehr pastoral
Tapio Liller - erstaunlich wissenschaftlich
PRlen - mit dem Tag Dilentantismus versehen
off the record - Fachdinges für Werbung und so - noch sehr sachlich
amendedestages - Christian; kurz, knackig, gut

ix mag die neue Kampagne nicht

Vodafone ist jetzt demnächst auf hoher Internet-See. Da werden noch einige Wellen kommen, hoffentlich kein Sturm.

Freut mich, sie alle jetzt beschäftigt zu wissen. Es ist eure Zeit. Schönen Tag noch.

cdv!

07. Juli 09

twitter in der Stadt - Es zwischert

Die Bürger der Stadt Giengen wählen am Sonntag, 12. Juli, den Oberbürgermeister. Bedingt durch den Wahlkampf zwischen Gerrit Elser und dem amtierenden Oberbürgermeister Clemens Stahl sind mittlerweile einige auf twitter gestossen. Es braucht halt Anlässe.

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Versorgt mit der richten Infrastruktur zwitschert auf der einen Seite der Kandidat Gerrit Elser, und nach und nach gibt es für ihn eine ganze Reihe von Followern, die einfach neugierig geworden sind. Bei einigen bleiben die tweets noch ganz sparsam. Andere wiederum entdecken das schnelle Kommunikationsinstrument, verweisen allerdings auch wieder darauf, dass es dafür die richtige Hardware braucht. Ein webfähiges Mobiltelefon sollte es schon sein.

Gestern abend habe ich mich dann für diese Veranstaltung mit dem Livetwittern versucht. Glücklicherweise konnte ich auf ein Ersatztelefon zurückgreifen, denn aufgeladen sollte das eigene schon sein (#fail). Und welche Reaktionen es dann darauf geben kann, sieht man sehr gut hier:

lohrum:
Gruss an prcdv: Vielen Dank für die Reportage, ich habe mir in München fast die Nägel abgekaut :-)

Also: twitter ist in der Stadt! Fein!

cdv!

04. Juli 09

Das Geld aus dem Hut gezaubert

Erstaunlich, zu welchen Leistungen die Menschen fähig sind, wenn sie herausgefordert werden. Gestern abend: Große Kandidatenvorstellung in der Walter-Schmid-Halle, mehr als 1000 Besucher. Am 12. Juli ist Oberbürgermeister-Wahl in Giengen an der Brenz.

Und ein amtierender Oberbürgermeister, der wie verwandelt ein Feuerwerk anzündete, dynamisch und energisch; so viel Energie war nie. Merkwürdig nur: Er kam mir vor wie ein Schauspieler, der dort sehr gut seine Rolle spielt. Wer ihn seit einigen Jahren kennt, weiß, dass das nicht der Oberbürgermeister war, den er sonst zu geben pflegt. Sonst unnahbar, gab er nun den Volksmann. Sei's drum, er hat seine Chance genutzt.

Mit viel Blendwerk, leider. Denn nur wenige Besucher werden wohl erkannt haben, dass der Amtsinhaber da dicke Wahlgeschenke im Gepäck hatte. Plötzlich sprach er von Geld, von Investitionen und von Möglichkeiten, die der Haushalt, 2009 mit 46 Millionen Euro verschuldet, gar nicht haben kann. Die Millionen purzelten plötzlich aus dem Hut, der sonst nur große Ödnis aufweist.

Und wer zwischen den Zeilen hörte, wird gewusst haben: Der Amtsinhaber will nur noch "Weiter so". Seine letzte Amtsperiode vor dem Ruhestand, da braucht es nichts mehr zu reissen. Und dann spielt die Höhe der Schulden, wohl wahr, wirklich keine Rolle mehr.

cdv!

Disclosure: Arbeite im Team des Herausforderers - wisst ihr aber ja schon.

02. Juli 09

Beate Gabriel - Malerei - Objekte

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Mögen Sie Malerei? Mögen Sie Objekte? Mögen Sie Kunst?

Herzlich willkommen also zur Ausstellung der Giengener Künstlerin Beate Gabriel, die am Samstag, 4. Juli, in der Galerie Fetzer in Sontheim beginnt. Bis zum 1. August sind in der feinen Galerie einige Werke zum Thema "Gewächse" zu sehen.

Die Vernissage beginnt am Freitag, 3. Juli, um 19.30 Uhr. Zur Eröffnung spricht Dr. René Hirner vom Kunstmuseum Heidenheim.

cdv!

01. Juli 09

Zur Zukunft von Büchern, Musik und Filmen

Weil ich gerade mit diesem Thema sehr beschäftigt bin, kommen alle anderen leider sehr zu kurz. Und dennoch nehme ich mir dann doch ab und an mal Zeit und kämpfe mich durch den Feedreader. Das war die behelfte Einleitung.

Wer sich einmal näher mit dem Thema "Urheberrecht" befassen möchte, dem lege ich diesen Beitrag der von mir sehr geschätzten (reiße mich gern noch zu einem "verehrten" hin) Anke Gröner nahe. Sie hat aus ihrer Konsumentensicht sehr gut deutlich gemacht, dass es dringend Veränderungen braucht. Die Welt ist anders, schneller, digitaler - das Recht auch? (Bitte jetzt nicht Frau von der Laien fragen, die weiß das nicht so). Anke weiß auch nicht alles; sie stellt die richtigen Fragen, sie merkt treffend an.

Und, bei der Gelegenheit, ist ihr Beitrag eines der besten Beispiele für dieses moderne Internet-Dingens. Die klugen Beiträge sind nämlich ebenso lesenswert wie die klugen Kommentare. Und dass das noch bei einer Seite funktioniert, die keine Kommentare zulässt, ist irgendetwas so um Web 4.0.

Anke, go on!

cdv!

30. Juni 09

Die Wahl ist schon gewonnen

Bevor nun jemand glaubt, ich hätte den Verstand verloren, etwas genauer: Die Demokratie hat schon gewonnen. Im Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters in der Stadt Giengen an der Brenz geht es jetzt mehr und mehr um die Kandidaten. Und je mehr sich dafür interessieren, um so besser ist es.

Dass es zuvor etwas unglücklich war, dass ausgerechnet einige der Fraktionen ihren Unmut über den amtierenden Oberbürgermeister geäußert haben, ist keine Frage. Fakt ist, dass sie das viel früher hätten äußern müssen. Schwamm drüber!

Seit gestern ist es aber sehr deutlich: Wer fordert den Amtsinhaber heraus? Wer ist so mutig, sich diesem Wettbewerb zu stellen? Die Wähler stellen direkte Fragen und bekommen eine Antwort.

Wenn am Ende eine Wahlbeteiligung von mehr als 50 Prozent heraus kommt, bin ich schon mal zufrieden damit. Mehr wollte ich nicht als einen gesunden Wettbewerb, in dem sich zwei Kandidaten messen.

cdv!

28. Juni 09

OB-Wahlkampf geht in die letzten Runden

I love wähl Stahl


Der Wahlkampf der Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters in Giengen/Brenz geht nun in die letzten Runden. Es sind noch genau zwei Wochen bis zum Wahltermin am 12. Juli.

Wer sich selbst ein Bild machen will:

Amtsinhaber Clemens Stahl (SPD)

Herausforderer Gerrit Elser (unabhängig), Bürgermeister der Gemeinde Sonnenbühl (Landkreis Reutlingen).

cdv!

Disclosure: Ich bin im Wahlkampf-Team von Herausforderer Gerrit Elser tätig.

25. Juni 09

Kommunikation und Technik

Wenn sich denn die Web 2.0-Euphoriker immer wieder beklagen, dass sie nicht von der ganzen Welt ernst genommen werden, dann hat es auch damit zu tun, dass sie nicht überlegen, welchen Stellenwert die Technik einnimmt. Tante Lieselotten hat kein iPhone, sie hat noch nicht ein Mal ein Mobiltelefon, ihr Telefon hat noch eine Wählscheibe.

Da ich ja auch nicht so der ganz hippe Trendsetter bin, sollte ich vielleicht nicht so dicke Backen machen. Nun,für ein aktuelles Projekt spiele ich gemeinsam mit dem Team auf allen Kanälen. Schnelle und effiziente Kommunikation nach innen, starke und emotionale Kommunikation nach außen.

Wie wichtig dabei die Infra-Struktur ist, begreife ich dabei sehr deutlich. Wer für ein solches Projekt noch kein Google-Konto hat, sollte schnell eins einrichten. Wer die Klaviatur der Medien nicht kennt, sollte sich sputen, diese zu erforschen. Wer den Anspruch hat, viele Leute gleichzeitig über den Projektverlauf informieren zu wollen, sollte sich Gedanken machen. Wer kein Internet-fähiges Mobiltelefon nutzt, na ja.

Natürlich kann man auch ohne diesen Schnickschnack glücklich werden. In den Zeiten, wo die ernsthafte Kommunikation einen immer größeren Stellenwert einnimmt (Hoffnung stirbt zuletzt...), macht es Sinn, sich mit den Kanälen zu beschäftigen. Ach, liebe Leute, wem sage ich das eigentlich?!

cdv!

24. Juni 09

O je, ist es schon so weit?

Wir stehen vor einer Konterrevolution!

Martin Recke, hervorragend. Frage nur: Muß ich mich dafür umziehen?

cdv!

22. Juni 09

Das gute Benehmen

Seit nunmehr zwei Wochen betreue ich den Kandidaten Gerrit Elser in seinem Wahlkampf. Er bewirbt sich um das Amt des Oberbürgermeisters in Giengen, Landkreis Heidenheim. Die Wahl findet am Sonntag, 12. Juli 2009, statt. Die Organisation ist anstrengend und macht Spaß. Es macht in den letzten Tagen noch mehr Spaß, weil ich mittlerweile nicht nur das steigende Interesse an seiner Person gut wahrnehmen kann, sondern auch eine fast spontane Begeisterung von jenen bemerke, die ihn treffen. Seine Kondition ist bemerkenswert, meine wird spürbar besser.

Die Menschen schätzen auch seine Unabhängigkeit, die er in den mehr als zehn Jahren als Bürgermeister der Gemeinde Sonnenbühl im Landkreis Reutlingen unter Beweis gestellt hat. Mit einem fulminanten Wahlergebnis bei der Kreistagswahl, nebenbei bemerkt.

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Oberbürgermeister Clemens Stahl

Die sportliche und sachliche Auseinandersetzung zwischen den Kandidaten und ihren Inhalten ist genau das, was ich seit jeher gefordert habe. Und sie findet mittlerweile statt, denn der Amtsinhaber (Mitglied der SPD), der bis zur Bekanntgabe Elsers Kandidatur lediglich einige "Bürgergespräche" terminiert hatte, wird nun doch spürbar gefordert. Eine eigene Webseite ist jetzt da; umfangreiche Wahl-Prospekte, so hört man, sind in Planung. Das ist Wettbewerb. Das ist gut.

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Der Herausforderer: Gerrit Elser, Bürgermeister der Gemeinde Sonnenbühl

Meine Meinung. Weniger gut ist das gute Benehmen, das der derzeitig amtierende Oberbürgermeister häufig an den Tag legt. Obgleich ich auch nicht zu den allereifrigsten Händeschüttlern gehöre, erwarte ich doch zumindest bei offiziellen Anlässen eine angemessene Begrüßung. Schon bei der letzten Ausschusssitzung des Gewerbe- und Handelsvereins war eine persönliche Begrüßung des noch amtierenden Oberbürgermeisters nicht angesagt, der Ton schroff, nicht sehr freundlich, etliche Ausschussmitglieder sichtlich irritiert. Nach dem Tagesordnungspunkt, zu dem er sich dann geäußert hatte, war er weg.

Bei offiziellen Anlässen, die sowohl er als auch der Kandidat Gerrit Elser wahrnehmen, ist es immer wieder der Sonnenbühler, der dann von sich aus die Initiative ergreift, um zuerst die Gattin und dann die Amtsperson zu begrüßen. Ich finde auch, dass sich das gehört.

Und ich mag mir als Vorstandsmitglied des Gewerbe- und Handelsvereins in Giengen wahrlich nicht irgendeine Wichtigtuerei anmaßen, aber immerhin vermute ich mich noch als einer der sehr Engagierten in unseren Reihen. Was mit dem Händedruck des Stadtoberhauptes gerade nicht gelobt wird.

Ohnehin scheint es mit dem Benehmen auch innerhalb der Rathauswände nicht immer so gut zu funktionieren. Wenn ich den Kommentaren und E-Mails, die nahezu ausschließlich mit nicht identifizierbaren Adressen an mich oder an den Kandidaten Gerrit Elser gesendet werden, sowie einigen persönlichen Berichten Glauben schenken darf, herrscht unter der Leitung des derzeit amtierenden Oberbürgermeisters ein nicht allzu gutes Betriebsklima: Da werden Mitarbeiter auf ihren Posten immer wieder hin- und hergeschoben, Mitarbeiter für Nichtigkeiten ohne Rücksicht auf deren Termine heranzitiert, Mitarbeiter über wichtige Termine nicht informiert (alte Masche...), einige haben gekündigt. Vom freundlichen Gruß an die Mitarbeiter habe ich noch gar nichts gehört. Oder auch: "Unser Chef war noch nie da!" - Ach, so.

Besonders schade dabei ist gerade, dass ausgerechnet die stadtbekannten Parteisoldaten der SPD nun auch öffentlich so tun, als wäre im Rathaus alles in Ordnung. Obgleich sie eigentlich noch besser wissen müssten, dass dem offensichtlich nicht so ist.

Noch mal Klartext: Mir ist klar, dass es eine offene Auseinandersetzung ist. Dass gerade der Oberbürgermeister und ich nicht immer einer Meinung sind, ist mir auch klar. Aber ich erwarte in einer sportlichen und sachlichen Auseinandersetzung den fairen Umgang miteinander, Respekt vor dem Kontrahenten, eigentlich allen Beteiligten. Die sachorientierte Diskussion hat am Ende das beste Ergebnis.

Sollte Gerrit Elser die Wahl verlieren, werde ich auch weiterhin mit dem amtierenden Bürgermeister zusammen arbeiten. Sachlich und fair. Und dann kann man sich auch die Hand geben.

cdv!