« Oktober 2007 | Start | Dezember 2007 »

November 2007

27. November 07

Früher

Früher war alles besser. Das sagen so viele. Mag ja stimmen. Stimmt aber nicht immer. Die Zeiten ändern sich. Sehr schnell. Dabei ist nicht alles besser. Manches, ja. Nicht alles, ja.

Wichtig ist immer der unverklärte Blick zurück. Früher war vieles auch schlechter. Das sieht man kaum.

Was ist eigentlich besser oder schlechter? Das muß jeder für sich entscheiden.

Wer nennt Beispiele?

cdv!

Landmarkt

Gemeinsam mit meinem Partner Markus Brühl begleite ich derzeit das Projekt "Landmarkt". Projekt ist eigentlich schon nicht mehr der richtige Begriff: Es ist für unser kleines Team eine Riesenaufgabe.

Unser Kunde Walter Mack hat sich vor Jahren in den Kopf gesetzt, einen "Landmarkt" mit einem besonderen Angebot zu schaffen. Nicht zuletzt, weil der Landwirt sich seit vielen Jahren schon zum Händler gewandelt hat. Auf seinem Hof findet sich seit einiger Zeit schon ein Getränkehandel, ein Schreibwarenladen, ein Post-Shop, ein Landmarkt mit vielfältigem Zubehör und der Beginn eines Lebensmittelmarktes.

Und weil er sich das in den Kopf gesetzt hatte, wurde nach einigen Jahren der Planung und Vorbereitung vor einigen Monaten der erste Spatenstich getan. Mittlerweile steht der Markt, nicht weit vom Hof entfernt. Nächste Woche ist Eröffnung.

Gemeinderat

Das Angebot ist reichhaltig, und schon etwas Besonderes. Neben dem Getränkehandel hat sich der früher eher konventionell ausgerichtete Landwirt nun ganz der Bio-Schiene verschrieben. Ein hervorragendes Angebot an Lebensmitteln, Gewürzen, Früchten und die guten und hochwertigen Alb-Gold-Nudeln werden ebenso dort zu finden sein wie eine Bäckerei, eine Metzgerei, und nicht zuletzt eine Gastronomie mit 95 Sitzplätzen. Ergänzt wird das Angebot des Marktes mit einem Post-Shop und einer Lotto/Toto-Annahme.

Ich war sehr froh, dass ich - zuständig für die Kommunikation - schon erste Erfahrungen mit dem Blog hatte. Denn so konnten wir für den Landmarkt schon vor einigen Wochen mit einer Seite im Internet starten. Die Dokumentation der einzelnen Baufortschritte fängt das auf, was wir im Vorfeld nicht hatten, bis heute, wenige Tage vor der Eröffnung, nicht haben. Aussagekräftige Fotos,. etwa. Wir hatten nicht einmal die Menschen und Mitarbeiter, denn die haben wir erst vor zwei, drei Wochen eingestellt.

Spätestens übernächste Woche werden wir auf eine "normale" Homepage umschalten. Bisher ist nicht entschieden, ob wir den Blog weiterschreiben werden.

cdv!

26. November 07

Jan Garbarek Group

Ätherische Klänge, die nun einer Vollendung entgegenstreben, bei der Genese, Erkennen, Chaos und feierlich-freudige Erlösung auf einander folgen, ineinander übergehen.
   
Als Zuhörer ahnt man jäh, dass alles mit allem zusammenhängt - und dass Garbarek das verstanden hat.

Gestern Abend. Bremen. Die Glocke. Ein großes Konzert. Und wir durften das erleben.

   

khh

25. November 07

Zwischenstand

Kleiner Zwischenstand, gefällig. Auch wenn es keinen wirklichen Spaß macht.

Also: Von insgesamt vier Fahrzeugmodellen sind drei schon rausgeflogen. Die Zuteiler (siehe Kommentar von khh) haben sich schlichtweg nicht mehr gerührt. Ein Angebot per Fax, und gut is. Kein Anruf, keine Nachfrage, nix.

Übrig bleibt die Marke, an die ich ohnehin schon gedacht habe.

Kleiner Nachteil: Ich muß jetzt diesem Zuteiler helfen, dass ich das bekomme, was ich will. Also habe ich ihm noch mal ein Limit gesetzt; diesen Betrag kann ich mir für ein neues Automobil leisten. Nachdem er mir bisher nur ein Fahrzeug präsentiert hat, zeige ich ihm dann demnächst ein Liste von Fahrzeugen, die ich selbst recherchiert habe (Dauer etwa fünf Minuten).

Ob er wohl seine Provision mit mir teilt?

cdv!

23. November 07

Entkommen!

Einmal im Jahr gehe ich zur Hautklinik, um meine diversen Hautpigmente untersuchen zu lassen. Als privat Krankenversicherter genieße (!) ich das Privileg, dies vom Chefarzt, Prof. B. machen zu lassen. Nicht nur vermeide ich einen völlig überlaufenen Hautarzt in beengten Räumen in meiner Heimatgemeinde, sondern erlebe zudem noch einen blitzgescheiten Schwaben, mit dem sich auf höchstem Niveau über Literatur deliberieren lässt.
   
Wir beide nehmen uns dann trotz vollen Wartezimmers immer ein paar Minuten, um die eine oder andere famose Sentenz zu zelebrieren. Prof. B. schlägt mich mit seinem phänome­nalen Gedächtnis immer um Längen. Ob Hölderin, Gottfried Benn oder Robert Gernhardt - er kennt nicht nur den Anfang eines Gedichts sondern auch dessen Ende und alles, was dazwischen steht. Ein Genuss! Ein wahrer Geist.

   

Ganz anders ergeht es mir in den Minuten des Wartens. Die Prozession von Kranken, Gebrechlichen und Todgeweihten setzt mir doch arg zu. Mir fällt auf, wie wenig manch stationär untergebrachte Kranke auf sich achten. In ausgebeulten Schlafanzügen schlurfen sie durch die Gänge. Ein älterer Herr leidet offenbar unter Inkontinenz und hat sich nass gemacht. Ein anderer hat unsäglich viele Geschwüre im Gesicht. Dem nächsten werden die Ergebnisse einer Untersuchung an den Hausarzt mitgegeben. Die erläuternden Worte des Assistenzarztes sind coram publico für alle deutlich zu hören. Diskretion ade.

   

In diesen Momenten beschleicht mich das Gefühl unendlicher Dankbarkeit, nicht zu diesen Maladen zu gehören. Ich kann gleich wieder gehen, mich frei und ohne Behinderung bewegen. Ich hoffe, niemals in einem Krankenhaus zu landen. Wenn ich die Gene meines Vaters geerbt habe, dürfte mir das vielleicht auch gelingen. Und dann will ich nur noch eins: Schnell weg hier! Prof. B. hat auch dieses Jahr keinen Grund mich festzuhalten. Wir verabreden uns wieder für nächstes Jahr. Eine lange Zeit. Ich will sie nutzen.
 
khh

19. November 07

Respekt

Bislang habe ich mich mit Rezensionen von Fernsehbeiträgen sehr zurück gehalten. Liegt daran, dass ich kaum fernsehe. Etwas angestachelt durch die Medienberichterstattung habe ich mir heute "Anne Will" angesehen.

Der häufig beachteteten Moderatorin mag ich hier heute kein Zeugnis ausstellen; nur dies: Ich mag sie lieber als ihre Vorgängerin, der zwischen den Augen immer der Machtwille anzusehen war.

Besonderen Respekt möchte ich der Bahnvertreterin Suckale bezeugen. Unabhängig davon, ob sie in ihrer Position eine gute Arbeit leistet (das kann ich schon gar nicht beurteilen), hat sie sich in dieser sehr schwierigen Konstellation (Gegner im Studio, Öffentlichkeit des Fernsehens, Druck ihres eigenen Arbeitgebers, superschwieriger Termin -  zwischen Streik und weiteren Verhandlungen)) sehr achtbar geschlagen.

Sehr sachlich, sehr korrekt (zu sehr kann ja gar nicht sein...), dann auch emotional an der richtigen Stelle. Ob sie das gespielt hat? Ja, hallo, es hat sie auch niemand gefragt, ob es ihr gut geht an diesem Tag. Es ist ziemlich egal, ob sie es gespielt hat. Wenn gespielt, hat sie gut gespielt; wenn nicht, dann freut uns das.

Mich hat diese Frau beeindruckt.

cdv!

Begeistern

Ob ich andere damit belästigen soll, über meinen geplanten Autokauf lesen zu  müssen? Na ja, vielleicht nicht (bitte wegklicken...), andererseits hat es doch einigermaßen viel mit meiner Arbeit zu tun. Was passiert also, wenn ein Kommunikationsberater sich in eigenem Interesse dem Verkauf  widmet?

Was die Verkäufer nicht wissen: Geschärft durch die journalistische Brille, recht schnell zwischen den "gesagten" Zeilen lesen zu können (bilde ich mir noch ein...), extra angeschärft durch die jahrelange Zusammenarbeit mit meinem Partner und Freund Karl-Heinz Heidtmann, der es, wie wohl kaum einer versteht, die Zusammenhänge des Verkaufs zu erkennen und zu offenbaren. Das ist sein Job.

Also achtet der gewillte Käufer nicht nur auf den günstigsten Preis, sondern auch, wie er als Käufer behandelt wird. Zur Erinnerung: Ich will einen erklecklichen fünfstelligen Betrag für ein neues Auto ausgeben. Adäquat wäre etwa die Anschaffung einer Küche, die Sanierung des Bades, oder ein neues Dach für das Haus.

Warum fühle ich mich also etwas mißverstanden, wenn mir Verkäufer A ein aktuelles Modell nahelegt, dass vielen meiner Anforderungen entspricht, sogar vor dem Verkaufsraum zum Anfassen steht, aber nicht blau oder schwarz, sondern knallrot ist.

Warum bin ich unmutig, wenn der Verkäufer B so gar kein Interesse zeigt, mit mir einen Termin zu vereinbaren? "Da haben wir geschlossen wegen Inventur, also irgendwann nächste Woche". Merke: Inventur ist wichtiger als Kunde. Merke: Irgendwann heißt, wenn ich als Verkäufer mal Lust und Zeit für dich habe.

Mal so grundsätzlich: Warum verstehen es diese Verkäufer eigentlich so gar nicht, mich für ihre Marke zu begeistern?. Niemand hat mich bisher explizit aufgefordert, ein Fahrzeug zu fahren, es zu erleben. Danach fragen mußte ich immer selbst.  Niemand dieser Verkäufer hat mich nach meinen Fahrzeug-Vorlieben, nach meinen Wünschen befragt. Alle arbeiten immer wieder nur ihren Standard-Katalog ab.  "Wollen Sie ein Radio? Nein, ich singe selbst...".

Was die alle nicht wissen: Eigentlich weiß ich ganz genau, was ich will. Ob ich mir das leisten kann, ist eine andere Frage. Ich hoffe, dass genau dieser Verkäufer gewinnt, dass es ihm gelingt, mich für diese Marke zu begeistern, von der ich ohnehin schon ziemlich überzeugt bin.

Warum muß ich ihn dahin tragen?

Wenn er es nicht schafft, kaufe ich erst einmal ein anderes Auto. Dann entscheidet der Preis. Schade.

cdv!

18. November 07

Zufrieden

Erst, wollte ich "Stolz" in die Überschrift schreiben; aber damit bin ich seit Jahren schon sehr vorsichtig (Stolz [von lat.: stultitia = Torheit] ist das Gefühl einer großen Zufriedenheit mit sich selbst... [Wikipedia]). Ich freue mich halt, wenn Junior, der seit Mitte September in die Schule geht, nunmehr sein erstes Buch liest. Noch etwas mühsam, aber letzlich erfolgreich.

Nein, das hat er nicht in den den wenigen Wochen erlernt. Vielmehr hat er schon vor mehr als einem Jahr angefangen, diese kryptischen Zeichen, die wir Buchstaben nennen, zu benennen. Mittlerweile ist es schon etwas anstrengend, weil es unterwegs durchaus vorkommt, dass er eine Vollbremsung verlangt, um endlich das Plakat zu Ende lesen zu können.

Jetzt taucht er richtig ein in diese Welt der Buchstaben, mit denen ich immerhin einen Teil meines Geldes verdiene. Ich freue mich für ihn. Ich bin zufrieden.

cdv!

Volkstrauertag - Helden wie wir?

Vor etwas 35 Jahren bin ich bei der Reserveoffizieranwärterprüfung mit dem schriftlichen Prüfungsthema „Tapferkeit oder Leichtsinn“ konfrontiert worden.

 

Heute am Volkstrauertag, fällt mir diese Episode wieder ein, weil eben dieser Tag einst auch "Heldengedenktag" hieß.

   

Über meine schriftliche Niederlegung einst, dass die Frage doch sehr vom Ausgang einer Aktion und ihrer später je variierenden historischen Bewertung abhänge, war der Prüfungsausschuss nicht eben glücklich. Konnte er auch nicht sein, saßen da ja lauter kleinhirngesteuerte „Kommissköppe“ und keine großhirnbasierten Philosophen (das  wiederum hatte ich unterschätzt). 

   

Dieses Jahr wurde der 60. Jahrestag des Stauffenbergattentats gedacht. Keiner hätte 1944 gewagt, jene Männer des 20. Juli Helden zu nennen. Heute sind sie es für mich und die Mehrheit unserer heutigen Bevölkerung. 

 

Sind die Bundeswehrsoldaten, die heute (meines Erachtens grundgesetzwidrig) ihren Dienst in fernen Ländern verrichten und dabei zu Tode kommen, auch automatisch Helden? Oder waren sie nur nicht stark genug „nein“ zu sagen zu ihrem Marschbefehl? 

 

Ist es möglicherweise leichtsinnig, sich als deutscher Soldat im Irak oder Afghanistan zu Befriedung der durch die USA (imperial und imho ohne jegliche Basis des Völkerrechts) attackierten Ethnien zu bewegen?

   

Ich komme heute zu keinem anderen Urteil als einst: Es hängt sehr vom Ausgang ab.

Immer wieder erleben wir, dass historische Ereignisse post festum unterschiedlich bewertet werden.

   

Denn nicht an sich ist gut oder böse. Einzig unsere Wertung macht es dazu.
 

khh

12. November 07

Mut

Mut, auch Wagemut oder Beherztheit: Man traut sich (und ist fähig), bereitwillig etwas zu wagen.

Eintrag Wikipedia zum Wort Mut.

Mußte das heute noch mal nachschlagen, weil mir das Wort Wagemut in den Sinn kam (wird dort auch aufgeführt). Und beschreibt sehr gut die Tugend und Eigenschaft eines Kunden, der sich über mehrere Jahre von seinem ursprünglichen, schon selbstständigen Beruf zu einem modernen Unternehmer gewandelt hat. Der nunmehr mit einer erheblichen Investition (Privatvermögen) und mit großer Überzeugung nahezu alles auf eine Karte setzt.

Welch ein Unterschied zu jenen, die wir vor kurzer Zeit erlebt hatten.

Mich beeindruckt auch die Bodenständigkeit, mit der er dieses Projekt wuppt. Klar, flattern ihm zuweilen auch ordentlich die Nerven. Aber dieser Langmut (noch so ein schönes, altes Wort) ist schon bemerkenswert.

cdv!