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Dezember 2007

28. Dezember 07

Gute Vorsätze?

Haben Sie auch gute Vorsätze für das neue Jahr? Oder haben Sie vor, sich solche vorzunehmen?
    
Ich nicht! Mir gehen solche Sätze wie „Wo wollen Sie in einem Jahr stehen?“, „Welche Chancen gilt es zu nutzen?“, „Beziehen Sie auch Ihre Familie aktiv in die Zielplanung ein!“ (Lothar Seiwert: „Die Bären Strategie“) mächtig auf den Geist. Sie sind eitel. Vermessen. Seelenlos. Als ob das ganze Leben planbar wäre oder sich am „Erfolg“ (was immer man dafür hält) zu orientieren hätte.
   
Was also habe ich nächstes Jahr vor? Na, im Prinzip das Gleiche wie in diesem! Weiter­machen wie bisher: Meine Kunden mit guter Leistung überzeugen. Innovative Themen anpacken. Die Methodik verbessern. Mit sympathischen Kunden vertrauensvoll zusammenarbeiten. Menschen helfen, die beruflichen Anforderungen zu bewältigen. Selber fit und möglichst unabhängig von der Pharma- und Medizinmafia bleiben. Darauf achten, dass die Kinder weiter gedeihen. Der Muße genügend Raum bewahren. Weiter nach Gelassenheit streben, wie schon in den vergangenen Jahrzehnten.
   
Und nächstes Jahr um diese Zeit, da möchte ich genau hier stehen (besser wohl sitzen) und wieder über die Großkopferten lästern, die anderen erzählen wollen, wie man leben sollte. Meine Frau hat mir dieses Jahr den Jahreskalender 2008 von Jörg Löhr "Magische Momente" geschenkt. Freuen Sie sich also schon mal auf meine Kommentare!
   
khh

26. Dezember 07

Frohes Fest!

Vielen ist es aufgefallen: Es gibt immer weniger Menschen, die anderen an diesen Tagen ein „Frohes Fest“ oder „Frohe Weihnachten“ zurufen.

   

Wohl wahr. Abgesehen von den Berufsstandswahrern der Priesterkaste ist das Weih­nachtsfest für die meisten Menschen nichtssagend geworden. Zu aufgeklärt sind wir einerseits, um noch etwas mit der Weihnachtsgeschichte und den "Drei Weisen aus dem Morgenlande" anfangen zu können, zu gebildet, um nicht zu wissen, dass das Geburtsdatum Jesu Christi purer Unsinn ist, zu abgebrüht, um noch an die obsolete Geschichte von Gottes Sohn, der Unbefleckten Empfängnis undsoweiter zu glauben.

 

Der Einzelhandel glaubt jedes Jahr wieder fest an das Fest - und wird meist nicht enttäuscht. Wir kaufen mehr, als wir je (ver-) brauchen können. Doch selbst wenn es uns noch ganz ordentlich gelingt, Geld in Ware umzutauschen, fehlt uns doch inzwischen meist die Zeit, die Waren auch tatsächlich zu konsumieren. Allein das Lesen der Bedienungsanleitung des neuen portablen Navi dauert länger als die Weihnachtsfeiertage selber. Die Dekupiersäge bleibt das Jahr über ungenutzt im Keller stehen und verstaubt zusehends. Schlimmer noch, wir schaffen es kaum noch die, gekauften und erschenkten Waren zu entsorgen. Der Wohlstandsmüll nimmt zu. Da hilft nur noch ein ganz simpler Entrümplungsbestseller! Den werfen wir jetzt mal als erstes weg! Der Autor wird doch nichts dagegen haben können!?

 

Zumindest hat das Weihnachtsfest aber einen Vorteil: Es kehrt einmal im Jahr etwas Ruhe und Besinnlichkeit ein. Gut essen, spät ins Bett, lange schlafen. Zwar kneift der Hosenbund und liegen die Nerven angesichts familiärer Verpflichtungen und eng gedrängter Speisenpläne manchmal etwas blank, doch gäbe es Weihnachten nicht, man müsste es erfinden!

   

In diesem Sinne: Frohes Fest!
   
khh

Planung

Sitze gerade über der Planung für den "Tag der Technik" und die "Leistungsschau" (= örtliche Messe des Einzelhandels). Beide Veranstaltungen sollen im nächsten Jahr erstmals miteinander verbunden werden. Datum:31. Mai / 1. Juni 2008. Ziel: Die Leistungsfähigkeit der Gewerbe- und Einzelhandels-Betriebe der Stadt vorzustellen.

Wie immer wird es spannend, die Unternehmen unter einen Hut zu bekommen. Beim Thema "Kosten" rollen sie mit den Augen, sparen auf keinen Fall mit Kritik, hören in der Vorbereitung oft nur mit einem halben Ohr zu, und am Ende heißt es dann wieder sehr schwäbisch: "Net g'schimpft ist gnug g'lobt!"

Wenn ich mir etwas wünschen würde, dann bei einigen Teilnehmern etwas mehr Ehrgeiz. Die ein oder andere  Unternehmenspräsentation war im Oktober 2005 doch etwas kärglich und kläglich. Und manche hatten ohnehin die Einstellung, dass es reicht die Tür aufzumachen.

Aber es gab auch sehr gute Erfahrungen. Und da knüpfen wir jetzt wieder an!

cdv!

24. Dezember 07

Nettes Geschenk

Welche eine Überraschung: Beim Überfliegen der Spam-Einträge tauchte doch ein Name auf, der mir bekannt vorkam. Nach fast drei Jahren hat sich mein Freund Riyuchi Iwamoto endlich mal wieder gemeldet. Sogar mit guten Nachrichten: Seine Geschäfte laufen gut, und er ist seit diesem Jahr mit einer koreanischen Frau verheiratet (in dieser Reihenfolge...).

Iwamoto-san war einer der Lichtblicke während meiner Zeit in Japan. Den jungen und selbstständigen Unternehmer lernte ich im British-Pub in Yokohama kennen. Zu jener Zeit betrieb er eine kleine Werbeagentur und einen Masseurbetrieb mit nicht weniger als drei Filialen. Um besser aufgestellt zu sein, begann er damals neben seiner täglichen Arbeit eine Fortbildung im Gesundheitswesen: drei Jahre lang drei Mal die Woche! Nebenbei (!) engagierte er sich in einigen Projekten in Thailand.

Mit ihm konnte ich in Kneipen und Restaurants gehen, die mir als gai-jin sonst verschlossen geblieben wären; mit seiner Hilfe konnte ich die wunderbare japanische Küche einmal mehr genießen. 2002 verzichtete ich auf ein Ticket im Yokohama-Stadion zum Endspiel, um mit ihm und einigen anderen Freunden in der Kneipe zu schauen und auf der Straße zu feiern.

Wird Zeit, dass ich da mal wieder hinkomme!

cdv!

20. Dezember 07

Eile mit Weile - Driving home for Christmas?

Alle haben es zunehmend eilig.

Eile und Hast sind überbordend geworden.
   
Wenn ich mich mit dem Auto in geschlossenen Ortschaften 50 km/h oder in Baustellen oder auf Landstraßen die vorgeschrieben Geschwindigkeit einhalte, habe ich definitiv immer entnervte Drängler hinter mir, die versuchen, mich zu schnellerem Fahren zu nötigen. Innerorts sind es meist hektische Frauen, außerorts deren gestresste Männer (ob es da einen Zusammenhang gibt?).
   
Dabei fahre ich bereits mit dem üblichen „Aufschlag“, der die eigene Tachodifferenz und die Messtoleranz der Radargeräte berücksichtigt, so dass gerade keine Verwarnung oder gar ein Bußgeld fällig würden.
   

Alle eilen, als ob sie Angst hätten, zu spät zu kommen.

Vielleicht ist frau oder man zu spät losgefahren?

Vielleicht fährt man nächstes Mal einfach ein Ideechen früher los?

Das wäre entspannter und sicherer für alle!
   

"Raser haben so viel Grips" … steht auf Autobahnplakaten. Dabei deutet eine adrette Dame zwischen Daumen und Zeigefinder eine Länge  von 2 bis 3 cm an, von der viele Männer glauben, das seien 30 cm.

Insofern ist dieses Plakat eine geschickte Anspielung darauf, dass fehlende Potenz gerne durch PS ersetzt wird.
 
Liebe Leute, bleibt mir von der Stoßstange und geht mir nicht auf die Nerven!

Ich bin rechtzeitig losgefahren und habe genügend Zeit!
 
khh

Jahresrückblick - Themen

Jetzt schrubbe ich noch vor Weihnachten diese Rückblicke ab, weil doch bestimmt viele an den Feiertagen ihre Tastatur hochklappen. Und ob mir dann noch etwas einfällt? Bei den Menschen (siehe vorigen Eintrag) war es einfach, doch nun geht es um die Themen des Jahres. Nicht, dass wir uns mißverstehen: Es geht um meine Themen. Also jenen, von denen ich meine, dass sie für mich im Jahr 2007 im Vordergrund standen.

Arm und Reich

Offensichtlich wird die Schere zwischen Arm und Reich immer größer. Da reicht ein Blick in die Tageszeitungen, in die Online-Medien, ein Blick in das Fernsehprogramm; viel besser noch: ein Blick auf die Straße. Man sieht Menschen, die sich mit Mühe und dem Notwendigsten einrichten. Und man sieht Menschen, die es richtig krachen lassen. Und dabei geht es uns in Deutschland - so meine Meinung - doch noch recht gut. Viel gravierender sind die Unterschiede etwa in Russland, China, oder in Indien.Wann, so frage ich mich oft, wird dies ein untragbarer Zustand?  Spätestens dann, wenn sich jene, die kaum mehr etwas haben, sich das von jenen holen, die alles haben? Hoffentlich nicht Ich will hier keine Diskussion um die Managergehälter vom Zaun brechen, ich will auch keinen Einheitslohn. Mir fehlt nur zuweilen das "gesunde" Mittelmaß. Und das bedeutet doch nur, dass man zuweilen auch verzichtet. Von jenen, die das können. Nicht von den anderen.

Klima

Zu dieser, oft von erschreckender Ahnunglosigkeit geprägten, Diskussion über die zunehmende Klimaveränderung einige Anmerkungen: Die Auseinandersetzung findet nur in den Medien statt, nicht auf der Strasse. Niemand (mich leider eingeschlossen...) ändert sein Verhalten. Warum? Der Nordpol ist weit weg, soll er doch schmelzen. Die Wüsten sind auch weit weg, sollen sie doch weiter wandern und wachsen. Anders als in den vergangenen Jahrzehnten, als wir noch erfolgreich "Müll-Trennungs-Weltmeister" wurden, fühlt sich jetzt kaum noch jemand dazu aufgerufen. Dass wir damals und damit die Welt retten wollten, interessiert nun in diesem Zusammenhang keinen Menschen mehr. Da schubsen auch die ganz vorlauten Medien nix mehr vom Hocker, wenn sie in großen Lettern das Ende prophezeien.

Menschen

Merken Sie auch, dass sich die Menschen verändert haben? Früher hatten alle Zeit, heute hat niemand mehr Zeit. Früher gab es häufiger ein "Wir", heute viel zu häufig nur noch ein "Ich".  Schlimmer noch: Es redet niemand mehr darüber. Verabredungen werden einfach nicht eingehalten, es wird kaum mehr ein Schwätzchen gehalten, es werden auch keine Versprechungen mehr abgegeben. "Dann helf' ich Dir" habe ich lange nicht mehr gehört. Und wenn ich es anbiete, wird es nicht angenommen. Weil es verpflichten könnte. Es gibt immer weniger ehrenamtliche Helfer, egal, wo. Jeder sorgt sich um seinen Kram, und dann ist es gut. Heute ist es so leicht, jemanden wegen seiner Fehler zur Rechenschaft zu ziehen, ohne seine eigenen nennen zu müssen.

Irgendwie passt so vieles nicht mehr. Und ich hoffe noch immer, dass sich das wieder ändert.

cdv!

18. Dezember 07

Jahresrückblick - Menschen

Nein, es geht wirklich nicht anders. Ein Jahresrückblick muß sein; vielleicht ist dieser ein wenig anders. Weitere sind schon in der Planung.

Obgleich die letzten Tage des Jahres noch immer sehr voll mit Erledigungen und Aufgaben sind, hier schon jetzt eine kurze Vorstellung von drei Menschen, die auf irgendeine Art und Weise in diesem Jahr in meinem Leben aufgetaucht sind. Alle anderen mögen sich nicht zurückgesetzt fühlen, sie werden auch irgendwann erwähnt werden.

Der Unerschrockene: Markus Brühl gehört zu den Menschen, die eine ungeheure Tatkraft besitzen. Der junge Unternehmensberater, der sich schon vor einigen Jahren selbstständig gemacht hat, beweist in seinen Projekten einen fast unbändigen Willen, die vor ihm stehenden Aufgaben zu lösen. Bemerkenswert ist dabei, dass er überhaupt keine branchenüblichen Attitüden aufweist, sondern sehr rasch in die Tücken und Tiefen jedes Details taucht. Am Ende mit einer Lösung. Die Zusammenarbei mit ihm ist zuweilen anstrengend, aber immer sehr fruchtbar

Der Unerschütterliche: Stephan Liebl .ist einer der wenigen Fotografen, der sowohl die Studiofotografie als auch die Fotografie von Menschen vor Ort wirklich souverän beherrscht. Mit seinem unaufdringlichen Wesen setzt der charmante Lichtbildner, der sich bei allen Projekten kaum aus der Ruhe bringen lässt, selbst steif wirkende Geschäftsführer so glänzend in Szene, dass sie sich am Ende gern sehen. Dass er zugleich schlagfertig und witzig ist, macht die Zusammenarbeit so nett.

Die Lebendige: Claudia Graser  ist eine der wenigen Geschäftsfrauen, die ich kennen gelernt habe, die, wie sagt man, das Herz wirklich am richtigen Fleck haben. Sachkundig, vorausschauend, souverän, zielorientiert, fleißig, und immer den Menschen zugewandt. Dass sie auf mehr als einem Bein stehen kann, versteht schnell, wer sie erlebt. Und so betreibt sie in Schweinfurt nicht nur ein erfolgreiches Reisebüro, sondern auch ein kleines Coaching- und Beratungsunternehmen.

Es sind - neben vielen anderen - besonders diese Menschen, die dafür sorgen, dass ich meine Arbeit gern mache. Und deshalb erwähne ich sie.

cdv!

17. Dezember 07

Muschel oder Adler

Heute erhielt ich von einer sehr lieben Freundin diese Geschichte zugeschickt. Obgleich ich dem Christentum schon vor langer Zeit entsagt habe, reicht das Denkfutter für einige Tage.

Muschel oder Adler?

Nachdem Gott die Welt erschaffen hatte, begann er damit, die Lebewesen zu entwickeln.
Als erstes erschuf er die Muschel.
Die Muschel hatte ein recht langweiliges Leben. Den ganzen Tag filterte sie Wasser. Den ganzen Tag hieß es für sie also <Klappe auf; Klappe zu; Klappe auf; Klappe zu; Klappe auf...>

Dann erschuf Gott den Adler.
Dem Adler gab Gott die Freiheit, mit seinen weiten Schwingen über Berge, Meere und Täler zu fliegen. Aber er übergab dem Adler auch die Verantwortung für seine Jungen.

Dann erschuf Gott den Menschen. Erst brachte er ihn zu der Muschel <Klappe auf; Klappe zu; Klappe auf; Klappe zu> und dann zum Adler, der frei über den Klippen schwebte und für seine Jungen das Futter erjagen musste.

Und der Mensch sollte sich entscheiden, welches Leben er führen will.
Tatsächlich stehen wir auch heute noch vor der gleichen grossen Entscheidung:
Wollen wir das Leben der Muschel oder wählen wir das Leben des Adlers?

cdv!

Kurz vor Jahresende

Wer kennt das?

60.000 Leute im Stadion, und wer bekommt den Ball an den Kopf? Ich!

Es wird Zeit, dass die Menschen, die sich Christen nennen, ihr Weihnachtsfest feiern, damit mal wieder ein wenig Ruhe einkehrt.

(Wenn schon selbstreferentiell, dann richtig.)

cdv!

Lebens(t)raum Auto

Mein Bordcomputer zeigt es an: In einem Jahr habe ich knapp 500 Stunden hinter dem Lenker meines Autos verbracht. Das sind umgerechnet in Arbeitszeit bei einer 40-Stunden-Woche drei Arbeitnehmermonate.
   
Viel Lebenszeit. Ist das nicht vermeidbar? Leider nicht. Arbeit ist da, wo meine Kunden wohnen. Zugegeben, von Stadt zu Stadt sind Bahn und Flugzeug klar im Vorteil gegenüber dem Auto. Sobald es aber in die Provinz geht, man viel Gepäck hat oder mehrere Reiseetappen, ist das Auto erste Wahl.
   
Neulich stand in der Zeitung, dass der ungebrochene Drang zum Automobil dem Freiheitsbedürfnis der Männer entspräche. Zehn Minuten Verspätung mit der Bahn würde man(n) nicht tolerieren, wohl aber stundenlange Staus. Der Vergleich hinkt, weil nicht die zehn Minuten ICE-Verspätung das Problem sind, sondern die Tatsache, dass man danach seinen Anschlusszug nicht erreicht und ggf. erst viele Stunden später ans Ziel kommt. Und eine „dynamische Fahrtroute“, bei der ein Stau umfahren wird, ist bei der Bahn nur bedingt möglich.
   
Zudem kann ich die vermeintlich unproduktive Zeit im Auto auch ein wenig durch die Möglichkeit des ungestörten Telefonierens aufwerten. Natürlich kann ich das auch in der Bahn. Aber da hört ja jeder zu, was ich telefoniere oder schlimmer noch, ich muss mir den unendlichen Quark meiner wichtigtuerischen Zeitgenossen anhören.
   
Und kann ich Fachbücher und Literatur als Hörbuch konsumieren und zwar ohne Ohrenstöpsel.
   
Und außerdem ist das mein Auto, mein Sitz, meine Sitzposition, meine Senderwahl, meine Innenraumtemperatur, meine Sitztemperatur, mein Tempo. Freiheit? Oder eher Individualität?
 
Jedenfalls wenn ich keine Lust mehr habe, halte ich einfach an. Machen Sie das mal im ICE.

 

khh