Jetzt schrubbe ich noch vor Weihnachten diese Rückblicke ab, weil doch bestimmt viele an den Feiertagen ihre Tastatur hochklappen. Und ob mir dann noch etwas einfällt? Bei den Menschen (siehe vorigen Eintrag) war es einfach, doch nun geht es um die Themen des Jahres. Nicht, dass wir uns mißverstehen: Es geht um meine Themen. Also jenen, von denen ich meine, dass sie für mich im Jahr 2007 im Vordergrund standen.
Arm und Reich
Offensichtlich wird die Schere zwischen Arm und Reich immer größer. Da reicht ein Blick in die Tageszeitungen, in die Online-Medien, ein Blick in das Fernsehprogramm; viel besser noch: ein Blick auf die Straße. Man sieht Menschen, die sich mit Mühe und dem Notwendigsten einrichten. Und man sieht Menschen, die es richtig krachen lassen. Und dabei geht es uns in Deutschland - so meine Meinung - doch noch recht gut. Viel gravierender sind die Unterschiede etwa in Russland, China, oder in Indien.Wann, so frage ich mich oft, wird dies ein untragbarer Zustand? Spätestens dann, wenn sich jene, die kaum mehr etwas haben, sich das von jenen holen, die alles haben? Hoffentlich nicht Ich will hier keine Diskussion um die Managergehälter vom Zaun brechen, ich will auch keinen Einheitslohn. Mir fehlt nur zuweilen das "gesunde" Mittelmaß. Und das bedeutet doch nur, dass man zuweilen auch verzichtet. Von jenen, die das können. Nicht von den anderen.
Klima
Zu dieser, oft von erschreckender Ahnunglosigkeit geprägten, Diskussion über die zunehmende Klimaveränderung einige Anmerkungen: Die Auseinandersetzung findet nur in den Medien statt, nicht auf der Strasse. Niemand (mich leider eingeschlossen...) ändert sein Verhalten. Warum? Der Nordpol ist weit weg, soll er doch schmelzen. Die Wüsten sind auch weit weg, sollen sie doch weiter wandern und wachsen. Anders als in den vergangenen Jahrzehnten, als wir noch erfolgreich "Müll-Trennungs-Weltmeister" wurden, fühlt sich jetzt kaum noch jemand dazu aufgerufen. Dass wir damals und damit die Welt retten wollten, interessiert nun in diesem Zusammenhang keinen Menschen mehr. Da schubsen auch die ganz vorlauten Medien nix mehr vom Hocker, wenn sie in großen Lettern das Ende prophezeien.
Menschen
Merken Sie auch, dass sich die Menschen verändert haben? Früher hatten alle Zeit, heute hat niemand mehr Zeit. Früher gab es häufiger ein "Wir", heute viel zu häufig nur noch ein "Ich". Schlimmer noch: Es redet niemand mehr darüber. Verabredungen werden einfach nicht eingehalten, es wird kaum mehr ein Schwätzchen gehalten, es werden auch keine Versprechungen mehr abgegeben. "Dann helf' ich Dir" habe ich lange nicht mehr gehört. Und wenn ich es anbiete, wird es nicht angenommen. Weil es verpflichten könnte. Es gibt immer weniger ehrenamtliche Helfer, egal, wo. Jeder sorgt sich um seinen Kram, und dann ist es gut. Heute ist es so leicht, jemanden wegen seiner Fehler zur Rechenschaft zu ziehen, ohne seine eigenen nennen zu müssen.
Irgendwie passt so vieles nicht mehr. Und ich hoffe noch immer, dass sich das wieder ändert.
cdv!
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