« Stolz | Start | Interview III »

20. Juli 08

TrackBack

TrackBack-Adresse für diesen Eintrag:
http://www.typepad.com/services/trackback/6a00d8341c908653ef00e553c8d21e8834

Folgende Weblogs beziehen sich auf Kommunalpolitik:

Kommentare

Feed Abonnieren Sie den Kommentar-Feed dieses Eintrags, um der Konversation zu folgen.

Oswald Prucker

Bloggende Gemeinderäte / Bürgerbeteiligung - das klingt besser als es ist. Ich versuche das seit Jahren und die Ergebnisse sind ernüchternd. Einige Punkte, warum dem so ist:

1. Im Dorf kommentiert keiner, weil er Angst hat, erkannt zu werden.
2. Die meisten fühlen sich ohnehin nicht worgewandt genug: Bürger(Leser) UND Gemeinderäte (eigene Aussagen!)
3. Den meisten ist selbst das Ausfüllen eines Kommentarformulars zu kompliziert (obwohl sie ihre E-Mail über Online-Dienste erledigen - aber frage mich nicht!)
4. Die Leute interessieren sich einfach nicht für Politik. Im Großen wie im Kleinen. Das muss noch nicht mal schlecht sein, denn es zeigt, dass es den meisten einfach ausreichend gut geht. Es gibt nichts wofür zu kämpfen sich lohnt.
5. Bei uns auf dem Dorf gibt es nicht mal flächendeckend Breitband.

Ehrlich gesagt: ich bin da einigermaßen desillusioniert. Bloggen tue ich trotzdem auf vielen Kanälen. Macht ja auch Spaß und auf die unpolitischen Blogs bekomme ich ja Resonanz.

Hanjo Iwanowitsch

Du schriebst: »Ich bin besonders gespannt, wann denn die Herren und Damen Gemeinde- oder Stadträte dies für sich nutzen wollen. Denn sie, die ja immer behaupten, ganz nah dran zu sein, sind oft schon ganz schön weit weg.«

Sie sind ganz nah dran. Sie wohnen in Deiner Nachbarschaft. Sie opfern einen großen Teil ihrer Freizeit, um etwas für die Gemeinde oder die Stadt zu tun. Wenn Du etwas von ihnen willst, sprich mit ihnen. Alle haben ein Telefon, bei vielen kannst du einfach mal klingeln und mit ihnen sprechen.

Wenn Du möchtest, dass Sie zusätzlich zu ihrer ehrenamtlichen (!) Arbeit neben (!) dem Hauptberuf, der Familie und vielleicht noch anderen Interessen noch ein Blog führen sollen, musst du schon erklären, wozu das Ganze: um einen beliebigen Sachverhalt aus der Kommunalpolitik transparent darzustellen, braucht der Ehrenamtler knapp eine Stunde - zusätzlich zu dem Aufwand, den er ohnehin treibt. Wozu?

(Dazu kommt, dass pro Woche zwischen fünf und zehn solcher Themen behandelt werden. Also mindestens fünf zusätzlicher Stunden Arbeit, die du erledigt sehen möchtest – ohne eine Gegenleistung zu erbringen, selbstverständlich.)

Wer interessiert ist, darf gern kommen - zu Bürgerfragestunden, zu Parteiveranstaltungen, zu Ausschussitzungen, zu Ratssitzungen und wie sie alle heißen: Bürgerbeteiligung ist möglich - allerdings muss man dazu vielleicht mal den Rechner verlassen.

Demokratie ist kein Fernsehen, sondern Demokratie funktioniert nur, wenn man mitmacht. Wer Blogs in der Politik fordert, darf gern eins betreiben - jede Partei deiner Wahl in der Nähe heißt dich willkommen, es für sie zu führen, denn in unserer Gesellschaft wird immer ganz viel gefordert, aber niemand ist bereit, etwas zu tun.

cdv!

@hanjo Danke für diese ausführliche und in vielen Fällen zutreffende Beschreibung. Danke, dass Du besonders noch mal auf das Ehrenamt hingewiesen hast. Ja, es stimmt: Kommunalpolitik ist ein Ehrenamt. Und viele machen das gut. Aber leider nicht alle. Meine langjährigen Erfahrungen in diesem Metier haben oft auch jene gezeigt, die entweder hoffnungslos überfordert waren, gelangweilt oder eben halt jene Schauspieler, die nur Politik spielen. Und viele, erneute meine Erfahrung, gehen nur selten auf ihr Wahlvolk zu.

Recht hast Du, wenn Du aufforderst auf diese zuzugehen. Und, keine Sorge, ich mache das auch. Leider viele andere nicht. Um so mehr ein Grund, alle Kanäle, warum nicht auch Blogs, offen zu machen, um überhaupt eine Diskussion zu ermöglichen. Denn mir ist schon der lieb, der nur still mitliest.

Überprüfen Sie Ihren Kommentar

Kommentarvorschau

Das ist eine Vorschau. Ihr Kommentar wurde noch nicht veröffentlicht.

Arbeite...
Ihr Kommentar konnte nicht veröffentlicht werden. Folgender Fehler trat auf:
Ihr Kommentar wurde veröffentlicht. Einen weiteren Kommentar schreiben

Der angegebene Code ist nicht korrekt. Bitte versuchen Sie es erneut.

Geben Sie bitte abschließend die Buchstaben und Ziffern ein, die Sie in folgendem Bild erkennen. Damit wird verhindert, daß automatisierte Programme Kommentare abgeben können.

Bild nicht lesbar? Anderes anzeigen.

Arbeite...

Kommentar schreiben