Von wegen, ein Spiel dauert 90 Minuten: Jens Weinreich, anerkannter Sportjournalist, hat eine weitere Runde gewonnen, und geht dennoch auf die lange Strecke. Weinreich hatte in einem Kommentar den DFB-Boss Zwanziger einen "unglaublichen Demagogen" genannt. Was wiederum der nicht gut fand, und ein juristisches Scharmützel anzettelte, das so ganz gegen den Sportsgeist geht. Verlieren und einstecken, das ist meine Vermutung, kann der gar nicht.
Schweren Herzens hat sich Jens dann neulich doch dazu entschlossen, ihm dabei finanziell unter die Arme zu greifen. Denn, so vermutet nicht nur er, beginnt Zwanziger, der dafür erstaunlicherweise den ganzen Apparat des DFB nutzt, ein Spiel auf Zeit, um Weinreich mürbe zu machen. Mit Geld geht das. Angenehm: Jens Weinreich findet Unterstützung.
Was mich dabei immer noch sehr befremdet ist die Tatsache, dass der DFB-Präsident dieses Scharmützel nicht als Privatperson händelt, sondern sich dabei der Strukturen und des Apparates des DFB bedient. Mal abgesehen davon, dass sich die Chefkommunikatoren des Fußballverbandes dabei schon heftig ins Abseits geschossen haben, scheint es eine Selbstverständlichkeit zu sein, das der Verband dem Chef, der eigentlich ganz persönlich angesprochen war, so hilfreich zur Seite steht. Jeder andere Verein würde seinem Vorsitzenden freundlich und bestimmt zunicken, um ihm dann deutlich zu machen, dass er das bitte persönlich begradigt. Nicht so beim DFB.
Unerklärlich ist für mich zudem, das auch die Journalistenverbände Jens Weinreich nicht offen und laut genug unterstützen. Jene, die sonst bei jeder auch nur drohenden Einschränkung oder Mißachtung ihrer Arbeit sehr laut aufschreien, sind jetzt gerade mit vielen anderen Dingen sehr beschäftigt.
Und auch der ein oder andere Politiker hätte den DFB-Boss schon längst mal zur Seite ziehen sollen, um ihm die aufgestellten Nackenhaare zu stutzen. Dann bekommt man halt mal keine Ehrenkarte, und gut is. Für die Leber von Jens Weinreich wäre das auch ganz gut.
cdv!

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