Eigentlich war die kleine Gruppe heute abend zusammen gekommen, um einen Entwurf für die Verkehrsführung in der Innenstadt zu diskutieren. Hat sie auch getan, aber im Vorfeld ergab sich erneut die Diskussion um die Presselandschaft in unserer Stadt.
Sie ist, um es mal so zu formulieren, äußerst bescheiden: Der Heidenheimer Zeitungsverlag gibt die Heidenheimer Zeitung, die Heidenheimer Neue Presse und den Brenztalboten heraus. Während die erste Zeitung das Flaggschiff darstellt, darf die HNP nur noch in der Kreisstadt selbst mit einer eigenen Ausgabe an den Start gehen. Der Brentzal-Bote ist nur noch eine Reminiszenz an die Vergangenheit, hat aber keine eigene Redaktion mehr. Zudem erscheint vom Verlag ein Anzeigenblatt, diverse Sonderveröffentlichungen, seit einiger Zeit ein eigenes Magazin. Ein weiterers Anzeigenblatt erscheint in der Darstellung etwas wirr, bekommt so keinen richtigen Fuß an die Erde.
Seit dem letzten Jahr gibt der der Heidenheimer Zeitungsverlag auch die Giengener Stadtnachrichten heraus, das offizielle Bekanntmachungsorgan der Stadt Giengen. Die Redaktion haben die Redakteure des Verlages übernommen. Hier erscheinen ausschließlich die Öffentlichen Bekanntmachungen, einige wenige redaktionelle Beiträge (zumeist der Verwaltung), und die Veröffentlichungen der Vereine. Ein weiteres wöchentlich erscheinendes Blatt - Info-Post - dilettiert noch vor sich hin, der Vorgänger der Giengener Stadtnachrichten; erscheint auch nur im Stadtgebiet und nicht in den Ortsteilen.
Meine ganz persönliche Meinung: Die Darstellung der Blätter des Heidenheimer Verlages im Internet ist unterirdisch.
Kurzum: Kein Wettbewerb. Ergebnis: Frustation der Leser und Anzeigenkunden allerorten. Hohe Anzeigenpreise und zum Teil sehr schwache Redaktionsergebnisse lassen nach Meinung vieler Abonennten und Leser diesen Frust aufkommen.
Allein: Die Alternativen, wie etwa myheimat, haben die Leser auf der Schwäbischen Ostalb bisher noch nicht für sich entdeckt. Es wird aber noch nicht mehr sehr lange dauern.
Wie sich diese Zeitungslandschaft in den nächsten Jahren entwickeln wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich weiß nur sehr sicher, dass es in den nächsten Jahren massive Veränderungen geben wird. Meine Beobachtung der Medienlandschaft in den letzten Jahren, die der Entwicklung der Internet-Angebote, und insbesondere die der Gesellschaft, in der wir leben, zeigen dies mehr als deutlich auf.
Es gibt oft einige gute Ansätze im Verlag, die wiederum insbesondere in der journalistischen Qualität mit Ergebnissen streitet, die eigentlich keiner Diskussion würdig sind. Das Ergebnis: Das Abwenden vom traditionellen Medium der Region, auch wenn der Verlag dies immer wieder mit seinen Zahlen abredet. Der Trend zum Internet ist mittlerweile auch hier zu spüren, wenn auch verhaltener als in den Großstädten oder anderen Ballungsräumen.
Und wer nunmehr über die Qualität des Journalismus noch ein wenig nachdenken möchte, empfehle ich die ernsthafte (und etwas längere) Lektüre des hervorragenden Medienjournalisten Stefan Niggemeier, der sich am Beispiel der oft hoch gehievten Süddeutschen Zeitung und anderer Kommentatoren der Printmedien gerade ein ganz eigenes Bild gemacht hat, das einen zum heftigen Sinnieren bringt.
Der Vergleich mit den Regionalzeitungen stimmt hier nicht ganz, aber dann doch wieder. Wer, wenn nicht eine etablierte Regionalzeitung, kann seine Leser mit Qualität begeistern? Nun, sie müssten es nur noch wollen.
cdv!
P.S.: Ich erlaube mir noch immer diese dezidierte Meinung, weil ich in meiner Vergangenheit mehr als 12 Jahre ein sehr überzeugter Lokalredakteur war.
Endlich einer der es sagt!
Allein die vielen Fehler in der Zeitung... ich weiß garnicht mehr was ich glauben soll und was besser nicht... kein Redakteur der sich genauer darum kümmert... ich habe manchmal das Gefühl da wird um eine Schlagzeile etwas herum erfunden, oder es werden nur die eingesendete Berichte veröffentlicht.
Und Aktuell is was ganz anderes...
Kommentiert von: BobderBaumester | 14. Mai 09 um 16:31 Uhr