share economy lautete das Motto der diesjährigen next09 in Hamburg. Zwei Tage lang diskutierten mehr als 120 Redner an zwei Tagen mit insgesamt 1300 Teilnehmern. Ob das Thema der Konferenz am Ende alle so verinnerlicht haben, mag ich bezweifeln. Von den sogenannten Stars wie Jeff Jarvis, Andrew Keen oder Umair Haque über die bekannten Größen (?) in der Szene bis hin zu den Start-up-Gründern, von Journalisten und Medienmachern, von Verlagsmitarbeitern und Industrie- oder Dienstleistungsunternehmen: So recht mag die next keiner mehr missen.
Ist es aber schon ein Kompliment für eine Veranstaltung, wenn Handelsblatt-Redakteur Thomas Knüwer launig formuliert: "No highlights - no lowlights"?`Nun, Knüwer und andere verpacken die Kritik hinter großem Wohlwollen. Selbstkritisch, so vermuten sie, sind die SinnerSchrader-Veranstalter ohnehin. Was Thomas so fomuliert, mache ich mal so: Da fehlt noch ein bißchen der Pfeffer.
Zu häufig kranken nach meiner Meinung viele der Veranstaltungen der Netzschwärmer, das nahezu alle der gleichen Meinung sind: Das Netz ist die Zukunft. Wie, da unterscheiden sich dann noch ein wenig die Geister. Ein etwas weichspülender Jarvis, ein mosernder Keen, ein etwas wirrer Haque, ein mahnender Solis - am Ende aber alle im Internetz. Also in der Zukunft. Die Ideen dieser Größen sind alle bekannt, man und frau nicken fast immer wohlgefällig, mal etwas mehr, mal etwas weniger.
Dieser Zukunft fehlt zuweilen die Realität, das Erden in der Wirklichkeit. Deutlich wurde sie nur selten, etwa als Martin Oetting von trnd auf Sven Markschläger, Digital Marketing Chef bei Jägermeister, traf. Gnade für den jungen Mann des Marketingslangs, dass die Session nur 30 Minuten dauerte. Oetting warnte schließlich auch davor, die Nutzer des Internets im Rahmen der sogenannten "viralen" (er mag das Wort eh nicht..) Kampagnen lediglich als Klickvieh zu sehen.
Während sich wiederum alle einig sind, den Kosumenten künftig mehr anzuhören, würde es der Branche gut zu Gesicht stehen, die Kritiker zu hören, um sich an ihnen zu wetzen. Warum nicht auch Frau Gaschke? (Info: Text nur noch im google-Cache) Also: share economy (gut) mit share attention (vorher).
Der größte Gewinn der Veranstaltung war ohnehin die lange Lounge, die die besten Möglichkeiten für gute Gespräche bot.
Dem gesamten Team der next09 gebührt Lob für eine gute Organisation. Beim Abendessen gibt's bei so vielen Beteiligten "noch Potenzial nach oben" (O-Ton @Nico), die Location ist sehr gut. Beim nächsten Mal nur etwas mehr Pfeffer und Erdung im Programm.
Die Meinung der anderen (Auswahl):
Thomas Knüwer - im eingebetten Handy-Video darf ich mit Martina Pickhardt und Ulrike Langer ein erstes Fazit der Veranstaltung in das Objektiv sprechen
Nico Lumma (gewohnt Pulitzer-Preis-verdächtig...)
meedia (etwas hingeschlurt, wie ich finde)
Holger Schmidt (FAZ-Netzökonom)
cdv!

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