Natürlich verfolge ich hier in Arizona, so gut es geht, die deutschen Nachrichten. Und dennoch muss ich mir weiterhin die Augen reiben, wenn ich die Entwicklung im Fall Opel verfolge. Während der einstige Mutterkonzern General Motors nun auch in die Insolvenz geht (die Amerikaner reiben sich auch die Augen...), spielen nun die Politiker Auto-Manager.
Obama hat hier in den Medien seine Widerwilligkeit deutlich gemacht, und strebt dennoch mit der Staatsbeteiligung eine Politik an, die ich kaum für möglich halte. Same procedure in Germany, wo sich Opel nun mit Magna und einer Staatsbeteiligung neu aufstellen soll.
Wer, bitte schön, traut sich denn zu, eine Auto-Firma zu leiten? Und das auch noch erfolgreich?
Unabhängig davon, dass ich mir nach so wenigen Monaten immer noch kein rechtes Bild von unserem Wirtschaftsminister machen kann, lobe ich mal so seinen Widerstand in diesem Thema und seine Pläne für Opel in Richtung ordentliche Insolvenz.
Wer setzt denn künftig den Maßstab? Während die kleinen Firmen kreuchen, hält der Staat den Konzernen die Hand. Als Vertreter von mehr als 400 hauptsächlich kleinen Unternehmen, die hier im Bund der Selbständigen organisiert sind, kann ich nur den Kopf schütteln. Noch immer bieten gerade diese Firmen mehr Arbeitsplätze in Deutschland als viele der sogenannten Konzerne. Und wenn nun mal einer strauchelt, schicke ich ihn dann in welches Ministerium?
Bin nicht sicher, dass das funktionieren wird.
cdv!
Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass wir mit dieser Art Lösungen auf lange Sicht hin glücklich werden. Ob nun Opel oder GM, jede Art der staatlichen Beteiligung zieht wohl Folgen nach sich, die wir alle heute noch gar nicht abschätzen können. Das Risiko trotzdem einzugehen halte ich auch für vollkommen falsch. Eine Pleite von Opel wäre auch in meinen Augen, die langfristig bessere Variante fürs Land gewesen.
Kommentiert von: Jennifer | 02. Juni 09 um 23:00 Uhr
Stimmt, eine geordnete Pleite wäre wohl die bessere Lösung. Aber Pleite hört sich in Deutschland wohl zu desaströs an, damit kann man keine Wahlen gewinnen...
Kommentiert von: cdv! | 02. Juni 09 um 23:14 Uhr
Ob die Entscheidungen in diesem Fall falsch gewesen sind, wird man erst mit der Zeit sehen, dennoch ist es erst einmal richtig gewesen überhaupt eine Entscheidung zu treffen, insbesondere den betroffenen Beschäftigten konnten man den Zustand so nicht mehr zumuten.
Kommentiert von: Kai | 04. Juni 09 um 09:04 Uhr