Erstaunlich, zu welchen Leistungen die Menschen fähig sind, wenn sie herausgefordert werden. Gestern abend: Große Kandidatenvorstellung in der Walter-Schmid-Halle, mehr als 1000 Besucher. Am 12. Juli ist Oberbürgermeister-Wahl in Giengen an der Brenz.
Und ein amtierender Oberbürgermeister, der wie verwandelt ein Feuerwerk anzündete, dynamisch und energisch; so viel Energie war nie. Merkwürdig nur: Er kam mir vor wie ein Schauspieler, der dort sehr gut seine Rolle spielt. Wer ihn seit einigen Jahren kennt, weiß, dass das nicht der Oberbürgermeister war, den er sonst zu geben pflegt. Sonst unnahbar, gab er nun den Volksmann. Sei's drum, er hat seine Chance genutzt.
Mit viel Blendwerk, leider. Denn nur wenige Besucher werden wohl erkannt haben, dass der Amtsinhaber da dicke Wahlgeschenke im Gepäck hatte. Plötzlich sprach er von Geld, von Investitionen und von Möglichkeiten, die der Haushalt, 2009 mit 46 Millionen Euro verschuldet, gar nicht haben kann. Die Millionen purzelten plötzlich aus dem Hut, der sonst nur große Ödnis aufweist.
Und wer zwischen den Zeilen hörte, wird gewusst haben: Der Amtsinhaber will nur noch "Weiter so". Seine letzte Amtsperiode vor dem Ruhestand, da braucht es nichts mehr zu reissen. Und dann spielt die Höhe der Schulden, wohl wahr, wirklich keine Rolle mehr.
cdv!
Disclosure: Arbeite im Team des Herausforderers - wisst ihr aber ja schon.
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