Der Journalist Hardy Prothmann betreibt seit Frühjahr 2009 mit dem heddesheimblog ein lokales Blog an seinem Wohnort, dem badischen Städtchen Heddesheim (11.555 Einwohner). Früher schrieb Prothmann u.a. für "Frankfurter Rundschau", "Focus", "Zeit". Jetzt besucht er Vereine, schreibt über örtlichen Ärger mit Logistikfirmen und das Heddesheimer "Oktoberfest". Mit seinem Lokal-Blog hat er bereits rund 500.000 Seitenzugriffe pro Monat. Für ihn ist dies "die Zukunft des Lokaljournalismus".
So vorspannt der Branchen-Dienst meedia ein denkwürdiges Interview mit Hardy Prothmann, dass man unbedingt lesen sollte, wenn man sich für den Lokaljournalismus interessiert. Gefunden hatte ich den Text durch einen tweet des von mir sehr geschätzten Filmjournalisten @sixtus
Für mich ist das beispielhaft, wie es etwa mit den heutigen technischen Möglichkeiten machbar ist, ein interessantes journalistisches Angebot auf die Füße zu stellen. Gleichzeitig macht es nachdenklich, wenn Prothmann die Kollegen der Lokaljournaille beschreibt. Natürlich gilt dies nicht für alle, aber auch ich habe in den Stationen meiner Tätigkeit als Lokaljournalist etliche von solchen Typen kennen gelernt.
Mittlerweile kaum mehr erstaunlich ist es, dass auch immer mehr "normale" Internetnutzer die guten Angebote nutzen, die über das Leben vor der eigenen Tür berichten und weitere Angebote nutzen. "Normal" sind für mich jene, die - etwa auch in höherem Altern - das Internet erst jetzt für sich entdecken. Ein anderes gutes Beispiel finde ich immer wieder bei myheimat. Darüber habe ich an dieser Stelle schon häufiger geschrieben. Vielleicht sollte Prothmann mit denen mal reden.
Werde dem Heddesheimer Kollegen mal aufmerksam folgen.
cdv!
update: Superpeinlich! Fehler im Titel gemacht - war wohl doch zu spät gestern... Ist korrigiert.

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