Wer viele Jahre erfolgreich unterwegs ist, braucht zuweilen neue Wege, um weiterhin erfolgreich zu sein. So etwa geht es den Heidenheimer Opernfestspielen, die es seit mehr als 20 Jahren gibt. Mittlerweile sind sie im Kulturkalender Süddeutschlands mindestens für Opernfreunde ein fester Begriff. Oper im altehrwürdigen Rittersaal des Schlosses Hellenstein, dem nur ein wichtiges Element fehlt: das Dach. Also immer open air, immer verbunden mit dem Risiko der Natur, dem Regen, der dann die Aufführungen in eine Ersatzspielstätte zwingt.

Die Aufführungen der letzten Jahre waren goldene Zeiten. Jedes Jahr pilgerten mehrere tausend Besucher dorthin, um grandiose Inszenierungen zu erleben. Nun hat Marcus Bosch, Generalmusikdirektor des Aachener Theaters, die Leitung der Festspiele übernommen, im Jahr 2010 wird „Tosca“ aufgeführt werden. „Ein Klassiker“, wie Bosch sagt, „große Oper.“. Der mittlerweile in ganz Europa bekannte Dirigent, der in absehbarer Zeit nach Nürnberg wechseln wird, hat in seiner Heimatstadt die Opernfestspiele nun auf andere Füße gestellt.

Neben Gala-Konzert, Tag der Offenen Tür, der Kinderoper „Räuber Hotzenplotz“ und mit dem Auftritt von Rebekka Bakken als Reminiszenz an die Musikfreunde von Soul und Jazz gibt es nun zusammen mit Puccinis „Tosca“eine ganze Reihe von Veranstaltungen vom Juni bis zum großen Abschlusskonzert am 1. August. Marcus Bosch ist es ein Anliegen, diese Opernfestspiele und seine musikalische Welt offen und transparent zu präsentieren. Und so scheut er sich nicht, mit der Veranstaltungs-Reihe „Helden am Herd“ seine Wahl der Sängerinnen und Sänger dem Publikum schon vorab in einem ganz anderen Umfeld zu präsentieren.
Auch die Kommunikation der Opernfestspiele geht neue Wege. Mit einem durchaus provokanten Logo treten die Heidenheimer Opernfestspiele sicher und selbstbewusst in den großen Markt der Kulturveranstaltungen. Die zumeist örtlichen Sponsoren, unter ihnen so namhafte Unternehmen wie Voith und Hartmann, sind begeistert, denn der neue Auftritt spiegelt die neuen Wege wider, die nunmehr gegangen werden.
Und es brauchte keine Mühe, vielmehr ein kluges Konzept, um Festspielleiter Marcus Bosch davon zu überzeugen, die Heidenheimer Opernfestspiele auch in das Web 2.0 zu hieven. „Wir machen“, so der Leiter der Festspiele, „Oper für alle“. Grund genug also, die Kommunikation der Festspiele vor, hinter, auf und unter den Kulissen genauso transparent darzustellen.
Mit dem Konzept des Kommunikationsberaters Christian de Vries und der technischen Umsetzung der Heidenheimer Agentur graustich entstand die opernwerkstatt. Ein Werkstatt-Blog, der all die Facetten rund um die Opernfestspiele beleuchten wird. „Wir haben hier alle technischen Möglichkeiten“, so de Vries, „mit Text, Foto, Ton und Video zu arbeiten“. Angebunden an facebook, twitter und youtube wird von Mai bis August eine kleine Redaktionsmannschaft die opernwerkstatt bearbeiten. Themen gibt es genug.
„Wir werden dabei nicht nur Heidenheim und die Region vorstellen, vielmehr auch die Menschen, die den Betrieb der Opernfestspiele ermöglichen“, erläutert der Kommunikationsberater. Vom Regisseur, der Maske, den Kostümbildnern über Beleuchter, Bühnenaufbauer, Kartenabreißern bis hin zum Schlossgespenst wird vor den Mitgliedern des Teams niemand sicher sein. „Unser Ziel ist es, die Menschen vorzustellen, die notwendig sind, diese Opernfestspiele wirklich werden zu lassen“.Zahlreiche Beispiele sind dort auf www.opernwerkstatt.net schon zu finden. Von Sponsoren über Mitarbeiter bis hin zu den Künstlern gibt es zu den Heidenheimer Opernfestspielen eine breite Palette von Beiträgen.
Das Web 2.0 bietet nach den Erfahrungen von Christian de Vries alle Möglichkeiten, diese Kommunikation mit Freunden der Musik aufzubauen. „Im besten Fall können wir damit erreichen, dass sich Menschen, die bisher nie eine Opernaufführung gesehen haben, zu einem Besuch in Heidenheim entschließen“. Nicht allein die Vernetzung mit vielen anderen Musikspielhäusern und Kultureinrichtungen sind schon ein großer Vorteil dieses kommunikativen Netzes, sondern auch die Bandbreite der Möglichkeiten, sich selbst zu präsentieren, in der ganzen Welt. „Unser Ziel ist dabei ausdrücklich, einen offenen Dialog mit allen zu führen, die sich für das Thema oder auch nur für einzelne Aspekte der Opernfestspiele interessieren“, fügt Christian de Vries hinzu.
„Die Kommunikation geht mit der opernwerkstatt genau so neue Wege“, so de Vries, „und ist damit ein außerordentlich wichtiger Bestandteil des Geschäftsmodells, einen solchen Opernfestspiel-Betrieb überhaupt führen zu können“.
Dieser Beitrag ist Bestandteil der Blog-Parade, die von den Organisatoren der stART initiiert wurde.

Tut mir leid, ich kapier einfach nicht, was an dem Logo provokant sein soll. Ich finde bei dem Logo schlichtweg einfach keinen Bezug zu den OFS, was ich aber in keinster Weise als provokant bezeichnen würde. Eher als mißlungen.
Provokant wäre, wenn als Logo ein am Galgen baumelnder Opernsänger abgebildet wäre. Dann gäbe es wenigstens ein Bezug zum Thema, aber so?
Da hätte man genausogut eine Banane abbilden können und die als provokant bezeichnen können. Ich bleibe dabei : Thema verfehlt.
Ansonsten finde ich die Opernwerkstatt aber eine gute Sache, die ich weiter verfolgen werde.
Kommentiert von: Giengener Bürger | 02. Mai 10 um 14:28 Uhr