Blogger Felix Schwenzel ruft genau mit diesem Satz öffentlich auf, sich für den Kandidaten der SPD und der Bündnis/Grünen einzusetzen. Der Gegenkandidat zum niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff ist, so liest man allerorten, doch mehr als nur irgendeine Person, die man einfach mal da aufstellt. Joachim Gauck wird über alle Parteigrenzen hinweg geschätzt; wann kommt das schon mal vor?
Nachdem sich nun auch immer mehr FDP-Menschen (kommen normalerweise in diesem Blog nicht vor!) mit der Wahl Gaucks liebäugeln, scheint mir der Wahlkampf nicht gerade mal aussichtslos. Wer etwa bei SPon nachliest, kann schnell erkennen, das gerade mal 21 Personen alles andere als eine "satte" Mehrheit sind.
Nach einiger Überlegung schließe ich mich der Aufforderung von Felix an und fordere nun euch auf, für Gauck zu wahlkämpfen. Und weil ich mich gleichzeitig der Bewegung "Dafür ist das neue dagegen" angeschlossen habe, argumentiere ich in dieser Reihenfolge.
Meine Gründe für diesen Kandidaten kann ich benennen: Joachim Gauck ist ein Mensch, der insbesondere durch seine Biographie deutlich macht, dass er die Menschen versteht. Man glaubt es ihm. Er ist, das rechne ich ihm hoch an, keiner Partei verpflichtet. Noch besser: Er will mit allen reden (was alle anderen auch sagen, aber selten wirklich tun...)
Gleichzeitig kann die Wahl Gaucks mehr denn je zeigen, das Ost und West mehr zusammengewachsen sind. Für mich wäre er immer ein Bundespräsident aller Bürger. Dass er persönlich dafür steht, hat er in den bisher geäußerten Statements sehr deutlich gemacht.
So ganz ohne "dagegen" kommt es hier auch nicht aus: Das bemerkenswerte Personal-Geschacher von Kanzlerin Angela Merkel ist alles andere als geeignet, den Bürgern dieses Landes wieder Lust auf Politik zu machen. Dem Kandidaten und getreuen Partei-Soldaten Christian Wulff gereicht es dabei auch nicht zur Ehre, sich dieser Posten-Klüngelei so mir nichts dir nichts zu fügen.
Der Personalpolitik der Frau Kanzlerin könnte mit der Wahl Gaucks ein deutlicher Schuss vor den Bug gesetzt werden (wobei ich die Hoffnung auf Lernergebnisse kaum habe...).
Und noch eins: Unmöglich ist es, wie oben bereits beschrieben, nicht. "Nur" 22 Leute davon zu überzeugen, endlich einmal Mumm zu zeigen, damit am Ende die Bundesbürger einen Bundespräsidenten erhalten, der ihre Sprache spricht, das muss drin sein. Wichtig ist es meiner Meinung nach, den eigenen Abgeordneten auch ob ihrer "Unabhängigkeit" deutlich zu machen, dass sie das Kreuzchen an der richtigen Stelle treffen.
Eins ist dennoch klar, und das wird sich in den nächsten Wochen schnell zeigen: Die Kanzlerin wird erheblichen Druck auf die Mitglieder der CDU- und FDP-Fraktion ausüben, damit sie ihr Wahlergebnis erreicht. Sie werden die ihr zur Verfügung stehenden Mitglieder der Bundesversammlung einmal mehr darauf aussuchen, dass es möglichst keine Abweichler gibt. Für die Mitglieder der Fraktionen gibt es dann ausgehandelte Geschenke, auch das ist sicher. Und das ist für diejenigen, die diesem Druck ausgesetzt sind, gar nicht leicht, dem zu widerstehen.
Gerade deshalb, der Versuch ist es wert. Helft in irgendeiner Form mit, damit Joachim Gauck Bundespräsident wird.
cdv!
PS für twitter-insider: Wir brauchen noch einen geeigneten #hashtag

Mit deinem Beitrag bin ich d'accord. Als Hashtag wünsche ich mir #go4gauck.
Kommentiert von: Voisard | 06. Juni 10 um 09:11 Uhr
wie wär´s mit Bürger4qauck!?
Diese Email Aktion reicht nicht, wir müssten die aus den Bundesländern benannten sachkompetenten Bürger der Bundesversammlung per Email über die Zustimmung zu Joachim als BP informieren.
Kommentiert von: Hildegard Peters | 06. Juni 10 um 16:52 Uhr
Pro Gauck!
Kommentiert von: Josef | 06. Juni 10 um 21:18 Uhr