Arbeit

25. August 08

Schritte

Jochen Mai schreibt in einem sehr interessanten Beitrag darüber, was Coaching kann (und was nicht). Besonders interessant sind auch die Links. Zum einen den Beitrag von Professor Renate Köcher zum schleichenden Abschied vom klassischen Bildungs-Kanon (ein eigenes Thema!), darüber hinaus das Dossier der Zeit zum Thema Coaching, das hier angerissen wird. (ganz schön clever, liebe ZEIT...).

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Kommunikationsberater und jetzt aktuell auch in der Zusammenarbeit mit Markus Brühl, Unternehmensberatung, erlebe ich, dass es sehr häufig vielen Kunden sehr schwer fällt, das eigene Tun in Frage zu stellen, um sich wirklich zu verbessern.

Da gibt es Kunden, die das Angebot der Kommunikationsberatung nur sporadisch in Anspruch nehmen, und sich die vermeintlichen Rosinen herauspicken. Nach dem "Bauchgefühl". Irgendwann wird dann die Zusammenarbeit schwieriger, weil dahinter die wirkliche Strategie fehlt.

Wirklich nur in wenigen Fällen erlebe ich, dass es um die Verbesserung der Kommunikation und letztlich auch um die Verbesserung des eigenen Angebots geht. Ob nun im Produktbereich, oder etwa im Service.

Interessant ist, dass es dabei gar nicht immer nur um die Kunden geht, sondern auch um die Partner, mit denen man oft tagtäglich zusammen arbeitet. Immer wieder bin ich recht erstaunt darüber, wer von ihnen zum Buch oder auch zu anderen Fort- und Weiterbildugnsmaßnahmen greift, und wer nicht. Dies nur nebenbei: Einige könnten häufiger zum Buch greifen, ehrlich.

Und wenn die Veränderung, das etwa das Verbessern wirklich not tut, weil es an die finanzielle Substanz geht, hilft nur die Politik und das Vorgehen der kleinen Schritte. Es gilt, eingefahrene Wege zu verlassen, und neue einzuschlagen. Keine leichten Wege. Da sind dann auch wir Coach, weil wir den Kunden an die Hand nehmen, und sie Schritt für Schritt  auf dem Weg zum Ziel begleiten. Die Anforderungen an uns als Berater sind enorm. Wir wissen das.

cdv!

23. August 08

Suche

Bin gerade zum wiederholten Male darauf gekommen, dass ich immer noch nicht das gefunden habe, was ich suche. Die Schwierigkeit beginnt damit, dass ich nicht weiß, was ich eigentlich suche. Immerhin beunruhigt mich das nicht. Da kenne ich mich mit aus. Weil das seit vielen Jahren schon so ist. Und weil das seit vielen Jahren schon so schwer ist, habe ich das mal in die Kategorie "Arbeit" gepackt.

cdv!

*grübelt noch über die tags nach*

21. August 08

Identifikation

Meine Erfahrungen sind so: Die Identifikation der Bürger hört definitiv an der Stadtgrenze auf. Wenn es sie überhaupt gibt.Und das Weiterdenken über den Tellerrand Dorf, Gemeinde oder Stadt ist selten anzutreffen. Eigentlich gar nicht.

Schlechte Karten für die, die in Regionen denken. Für die, die wissen, dass das Gebilde Stadt oder Gemeinde in der Europäischen Union und globalisierten Welt heute kaum mehr zählt.Für die, die sogar über Landkreisgrenzen denken (müssen); für die, die sich schon mal angeguckt haben, wie es in den nächsten Jahrzehnten auf der Weltkarte brodelt, was die Bevölkerungsentwicklung angeht. Von Demographie will ich hier gar nicht reden.

Dabei muß es doch gar nicht heißen, stolz auf die eigene Stadt zu sein. Es reicht doch. sich als Bürger der Stadt erkennen zu geben. Gutes, schlechtes Beispiel ist unsere Kleinstadt: Viele Ostälbler, die erklären wollen, wo denn Giengen an der Brenz auf der deutschen Landkarte zu finden ist, beginnen zu stammeln: Am Ende kommt etwas wie "zwischen Ulm und Stuttgart" heraus. Schade.

Giengen ist die Stadt der Steiff-Tiere, der Ziegler-Feuerwehrautos, der Bosch- und Siemens-Kühlschränke, der AWG-Feuerwehrarmaturen, der Briel-Staubtücher, der Alligator-Ventile, der Link-Orgel in der Stadtkirche, der Charlottenhöhle (eine der längsten Schauhöhlen in Süddeutschland), Giengen ist die Stadt, die einst sogar Barbarossa beherbergte. Dass er die Giengener der Panscherei bezichtigte, kann man ja mal so unter den Tisch fallen lassen.

Was sonst in vielen Kommunen noch funktioniert, fällt leider hier aus: Die Identifikation mit dem hiesigen Bier, der Brauerei. (Die Webseite scheint auch noch aus dem letzten Jahrtausend...) Da ist  unser Brauer leider von einem ganz anderen Schlag. Er braucht seine ganze Kraft und Energie, um die uralten Fahrzeuge und sein betagtes Mobiliar am Laufen und Leben zu halten. Die gute Marke aufzupeppen und mal in den Vordergrund zu stellen, fällt dabei leider flach. Und richtig berühmt ist das Bier halt auch nicht. Wie auch?

Dennoch wissen diejenigen, die über den Tellerrand hinaus denken (müssen), dass es zunehmend wichtiger wird, die Region mehr als die einzelnen Teile in den Vordergrund zu stellen. Und wenn es nur im Ansatz gelingen würde, die Identifikation mit der Stadt oder Gemeinde in einen Zusammenhang mit dieser Region zu  stellen, wäre es ein Riesenfortschritt.

Meine Erfahrung ist so: Das dauert Jahrzehnte. Bestimmt. Die Kommunalreform war ja auch erst Anfang der 70er-Jahre des letzten Jahrtausends.

cdv!

20. Juli 08

Kommunalpolitik

Wer, wenn nicht er, macht in einem Blogpost ein Fass auf, dass mich wirklich begeistert. Thema: Politblogs. Also Politiker, die nicht nur starre Internetseiten mit Jubelfotos und Pressemitteilungen vorhalten, sondern sogar mit ihren Wählern und potentiellen Wählern diskutieren. Im Internetz. Das Ergebnis bei Robert ist noch ernüchternd. Aber es ist eine Option.

Insbesondere für die Kommunalpolitik. Auch, und davon bin ich fest überzeugt, dies noch einige Jahre dauert, bis sich das sogenannte Web 2.0 in den Kommunen durchsetzen wird. Hier aber kann eine Diskussion stattfinden, die schon viel zu lange nicht mehr passiert. Auch hier sind es wieder die Lokalzeitungen, die es in den vergangenen Jahren versäumt haben, die Kommunalpolitik so attraktiv zu beschreiben, dass es die Bürger der Stadt oder Gemeinde interessiert.

Seit vielen Jahren vertrete ich die Devise, dass Politik "unten beginnt". Nur, wer die Demokratie vor der Haustür begreift, kann auch die Politik in Land, Bund und im Staatenbündnis Europa verstehen. Dass die wenigen, die das bisher begriffen haben, allesamt im Stadt- oder Gemeinderat sitzen, versteht sich fast von selbst. Viel zu häufig vertreten sie aber eigene Interessen, wenn sie nicht gar aus reiner Eitelkeit dort ihre Bühne sehen. Es sind die, die die Sprechblasen der "großen Politik" einfach auf der untersten Ebene wiederholen. Langweilig.

Was passiert aber, wenn sich mit Hilfe der Technik die Bürger austauschen, hier die Diskussionen darüber stattfinden, wie eine Stadt gestaltet werden kann. Bürgerbeteiligung von zu Hause aus, von mir aus. Dass dies in geordneten Strukturen stattfinden muß, ist mir klar. Vor Jahren präsentierte unser Oberbürgermeister ein Internet-Forum, dass er nach übelsten Schlammschlachten nur wenige Monate später wieder schließen liess. Man hatte den Aufwand unterschätzt. Und gleichzeitig mit der Schliessung eine Chance begraben, die dieses Forum (heute vielleicht eher ein Blog) hätte bieten können.(Dass der OB noch heute darob den Kopf schüttelt, belustigt mich.)

Ich bin sehr gespannt, ob die arg gebeutelten Parteien alter Ordnung (eigentlich doch alle, oder?) sich nunmehr auf Geheiß ihrer Berater auf dieses neue Instrument Blog stürzen werden. Ich bin besonders gespannt, wann denn die Herren und Damen Gemeinde- oder Stadträte dies für sich nutzen wollen. Denn sie, die ja immer behaupten, ganz nah dran zu sein, sind oft schon ganz schön weit weg.

Wenn ja, wird genau das passieren, was allen Blogs passiert. Sie werden nur wahrgenommen, wenn sie gut sind.

Na, ob das funktionieren wird?!

cdv!

update: Nico Lumma macht sich da auch seine Gedanken. Überzeugt damit aber auch nicht wirklich.

17. Juli 08

Blablabla

Wenn mir ein Kunde am Telefon bedeutet, es gehe nur darum, der ohnehin viel zu teuren Messegesellschaft den "Text, bla, bla, bla", den man sowieso schon seit 15 Jahren immer dahin schickt, nun noch einmal "dahin zu schicken", dann kann der Kunde sicher sein, dass wir so nicht mehr sehr lange zusammenarbeiten werden.

Erinnere mich, dass die Rechnung auch erst gezahlt wurden, nachdem ich dann noch mal den Zettel mit dem üblichen "bla,bla,bla" geschickt hatte.

cdv!

14. Juli 08

Verleger

Und wenn wir gerade beim Thema sind: Hier bei turi2 ein recht aktuelles und bemerkenswertes Video mit meinem ehemaligen Arbeitgeber, Dr. Dirk Ippen, zum Thema "Verleger, Zeitungen und Internet" Erinnere mich gern an das einzige Gespräch mit ihm in München. Sonst gab es damals nicht nur gute Erlebnisse. Schwamm drüber. Das, was er hier sagt, sollten sich einige Verleger mehr an die Fahne heften. Seht selbst.

cdv!

P.S.: Karl-Heinz, TOP-100-Rezensent, berichtet aktuell, das amazon jetzt Video-Rezensionen möglich macht.

02. Juli 08

Wertschöpfung

Der gut ausgebildete Zimmerermeister tippt aufwändig Zahlenkolonnen ein, der routinierte Grafiker macht Mengensatz, der Berater erstellt höchstselbst Tabellen. Gar nicht so selten, das gute Fachkräfte mit Aufgaben beschäftigt sind, für die sie entweder gar nicht oder nur schlecht bezahlt werden.

Wäre der Zimmerermeister auf der Baustelle, könnte der Grafiker neue Entwürfe anfertigen, der Berater im Gespräch mit seinen Kunden, dann könnten alle drei einen wesentlich höheren Beitrag zur Wertschöpfung beitragen.

Eine gute Voraussetzung ist es, diese Schwachstellen zu erkennen, um sie ausmerzen zu können. Eine Bürofachkraft tippt die Zahlen in weniger als der Hälfte der Zeit ein, Auszubildende oder Mediengestalter können sich am Mengensatz üben, der Praktikant erstellt Tabellen.

Das wäre besser.

cdv!

01. Juli 08

Themen

Wenn hier ab und an mal etwas Pause ist, heißt das schon mal gar nicht, dass ich Pause mache. Im Gegenteil.

Hier einige aktuelle Themen, mit den ich mich gerade beschäftige:

- Produkteinführung Kommunikationsstrategie
- Pressetag HöhlenSchauLand am 11. Juli
- Internetpräsenz für einen mittelständischen Kunden (Relaunch)
- viele aktuelle Kleinigkeiten, die oft sofort erledigt werden

Und nebenbei möchte mein neues Steckenpferd (hier) auch noch bewegt und ausprobiert werden.
Dazu dann später mehr, hier, oder anderswo.

cdv!

19. Juni 08

Strategie

Bauchentscheidungen sind gut. Strategie und Plan sind eine andere Baustelle. Wer nur aus dem Bauch heraus entscheidet, kann gewinnen. Muß aber nicht. Er kann auch auf die Nase fallen.

Natürlich ist der Bauch als zentrale Entscheidungsstelle auch in der Strategie vorhanden. Erfahrung, Lebens- und Menschenkenntnis sind und bleiben entscheidende Faktoren. Ein weiterer: Leidenschaft.

Dumm nur, wenn Projekt-Partner nur dem Kalkül folgen; dabei versuchen, die eigene Haut zu retten. Wenn sie merken, dass ihnen die Felle wegschwimmen, weil sie das Wesentliche nicht erkennen, und nur die eigenen Interessen verfolgen.

Kryptisch? Nun ja, ich kann an dieser Stelle nicht Ross und Reiter nennen. Aber es wäre schon ein Vorteil, wenn der Partner erkennen würde, dass er auf dem Holzweg ist. Wenn sie sich einlassen, basteln wir eine gute Strategie, die Erfolg verheißen wird.

Dann muß man sich halt mal auf den Bauch eines anderen verlassen. Für eine gute Strategie.

cdv!

16. Juni 08

Persönlichkeit

Hinter vielen erfolgreichen Unternehmen stehen oft außergewöhnliche Unternehmer-Persönlichkeiten. Viele Beispiele gibt es insbesondere im Mittelstand, etwa Arthur Fischer oder Reinhold Würth, Götz Werner  (wir wollen hier nicht von Fehlleistungen reden...) Auch in einigen Aktiengesellschaften sind die Personen an der Spitze die eigentlichen Motoren des Unternehmens. Nennen wir mal Wendelin Wiedeking und Wolfgang Reitzle. Von den großen Namen im internationalen Business wollen wir jetzt mal gar nicht reden.

Hinein in die Provinz: Der erfolgreiche Schuhhändler ist derjenige, der freundliche zu allen ist, der Service bietet, und das Wort Kundenbindung lebt. Die erfolgreiche Juwelierin versteht es, Männer und Frauen mit Schmuck zu begeistern, sie immer wieder anzusprechen. Der Zimmermann ist so gar nicht handwerkertypisch: Er bietet nicht nur erstklassige und saubere Arbeit, sondern auch Kundenengagement: Wer mag, kann sein  Holz in seiner Werkstatt selber streichen. Spart bares Geld, und macht sogar Spaß.

Was aber, wenn sich im Unternehmen herausstellt, dass die Person gar keine Persönlichkeit ist?

Dann droht sogar Ärger. Das Angebot ist eine Mogelpackung, das Sortiment vielleicht unvollständig oder sogar falsch aufgebaut, es gibt Streitigkeiten mit und unter den Mitarbeitern, die Fehlschläge häufen sich, die Kalkulation ist eine Blase. Weil alles nicht stimmt. Am Ende hat jemand versucht, seinen Traum zu verwirklichen; ohne dabei zu berücksichtigen, dass er es gar nicht kann. Traum ist eins, die Wirklichkeit das andere.

Wer zudem nicht (mehr) in der Lage ist, Rat und Hilfe anzunehmen, dem ist kaum mehr zu helfen. Der muß, so leid es zweilen tut, die schmerzliche Erfahrung machen. Vielleicht macht ihn das nicht nur schlauer, sondern am Ende sogar  zu einer Persönlichkeit. Auch dafür gibt es Beispiele.

cdv!