Die Herkunft des Wortes „Sünde“ ist nicht ganz zweifelsfrei. Es hat eine gemeinsame Wurzel mit Worten anderer germanischer Sprachen (Englisch sin, Altenglisch synn, Altnorwegisch synd).
Einige meinen, es ginge auf dass germanische sund zurück, weil Sund eine Trennung bezeichne, andere halten dies für falsch. Wiederum andere glauben, Sünde komme etymologisch von „Sondern“ - der Geist des herausgefallenen, weltlichen Menschen versteht die Welt nicht mehr, da er das Verbundensein mit allem leugnet.
Auch die althochdeutschen Wörter sunna ("rechtsgültiges Hindernis") und sunta ("Schande") werden als Herkunft des Wortes herbeigezogen.
Umgangssprachlich wird unter Sünde oft eine als falsch angesehene Handlung verstanden, ohne dass damit eine theologische Aussage impliziert wäre.
Als Begriff ist die Sünde aus den abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) zu Hause. Er bezeichnet vor allem im christlichen Verständnis den unvollkommenen Zustand des Menschen, der von Gott getrennt ist. Diese Trennung wurde, der biblischen Erzählung (Genesis 3) zufolge, durch den „Sündenfall“ herbeigeführt. Die Sünde resultiert im christlichen Verständnis aus einer willentlichen oder zumindest billigenden Abkehr von Gottes Heilsplan.
Daneben bezeichnet der Begriff Sünde die verwerfliche und daher sündige Tat. Eine Sünde wird als verwerflich bzw. schlecht angesehen, weil sie von Gott als Sünde gekennzeichnet wird (z.B. durch die 10 Gebote). Durch Sünde kommen andere Mitmenschen oder der Sünder selbst immer direkt oder indirekt zu Schaden. Somit ist der Sünder nicht nur durch die Übertretung selbst, sondern auch immer durch ihre Folgen mit einer Schuld behaftet.
Die Sünde ist „deklinierbar“: Das christliche Konzept der „Erbsünde“ beschreibt einen überindividuell bestehenden Zustand der Sünde, der irreversibel ist und nur durch die Gnade Gottes beseitigt werden kann (evangelische Version).
„Lässliche Sünde“ ist nach traditioneller katholischer Lehre eine Sünde, die nicht zum Verlust der Gnade und zur ewigen Verdammnis führt - und die darum nicht unbedingt gebeichtet werden muss. Sie ist insofern das Gegenteil einer „Todsünde“.
„Sühne“ ist der Vorgang, durch den der Sünder wieder mit Gott versöhnt wird. Dieses ursprünglich jüdische Konzept wurde zu einer zentralen Lehre in der christlichen Theologie.
Eng verbunden mit der Sünde sind das „Bekennen und Bereuen“ derselben sowie die „Buße“. Durch diese „Reue“ und die Heilstat Jesu Christi erfahren Christen „Vergebung“.
Letztlich führt die Sünde zur Verurteilung im sogenannten „Jüngsten Gericht“ Gottes, zu zweierlei Schicksal für Glaubende und Nicht-Glaubende: Himmel und Hölle.
Mit dem Begriff und dem Konzept "Sünde" hat die christliche Kirche Jahrunderte lang Milliarden von Gläubigen kujoniert. Dies allein dadurch, dass es ihr gelungen ist, dieses Konzept im Bereich des "Über-Ich" (Stichwort "Schlechtes Gewissen") abzuspeichern. Eine Kontrolle war so gut wie nicht nötig, da "Gott ja alles sieht" (Orwell: "Big Brother ist watching you"). Die erste Form freiwilliger Selbstkontrolle war erfunden.
Da hat Minister Schäuble es viel schwerer: Er muss kontrollieren lassen. Jeden einzelnen von uns. Dass dem Mann nichts Besseres eingefallen ist!
khh
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