Eigentlich recht so: Konsequent schreibt die Verwaltung der Stadt Giengen den sogenannten Schulentwicklungsplan fort. Dort werden neben der Schulausstattung der Stadt auch die bis zur exakten Fortschreibung des Plans die jeweils tatsächlichen Kinderzahlen aufgeführt. Sie zeigen die Perspektive auf.
Kurz zur Erläuterung: Der Schulentwicklungsplan ist kein verbindliches Entscheidungsinstrument. Er ist vielmehr eine Planungsgrundlage für den Gemeinderat, aufgrund der vorliegenden Zahlen die Schulausstattung in der Stadt entsprechend steuern zu können.
Nunmehr kein leichtes Unterfangen, denn auch Giengen ist gerade nicht als das "Geburtenparadies" bekannt. Die Schülerzahlen sinken kontinuierlich. Und mittlerweile ist es kniffelig. Denn die Kinderzahlen sinken so weit, dass es an die Substanz geht. Deutlicher: Zu wenig Kinder für zu viele Schulen.
Der aktuelle Entwurf des Schulentwicklungsplanes, der ja eigentlich nur ein Beratungspapier für den Gemeinderat ist, geht dabei aktuell etwas ungeschickt vor: In der Liste der Konsequenzen steht als 1. Position die Schließung einer Grundschule (besser: Zusammenlegung mit einer anderen Schule).
Was nun wiederum die Elternschaft auf den Plan ruft, die das mal so gar nicht hinnehmen wollen. Und sie starten durch. Briefe an die Fraktionen, einen Flyer, eine Unterschriftenaktion, ein Interview des Elternbeiratsvorsitzenden in der Tageszeitung. Ich bin sicher: Da kommt noch mehr.
Nicht zuletzt, weil es der Stadtverwaltung nicht gelungen ist, den Entscheidungsprozess transparent zu machen. Und der ist auch schon etwas unglücklich: Da ist nämlich nicht klar, dass sich der Gemeinderat in eine Klausur zum Schulentwicklungsplan begibt, um den und seine Tragweite überhaupt zu verstehen. Eine Entscheidung soll, wenn überhaupt, dann erst nach einer öffentlichen Veranstaltung getroffen werden.
Das weiß aber keiner.
Schade. Die Befürworter und Fans der vielleicht von der Zusammenlegung betroffenen Schule legen einen solchen Frühstart hin, dass es kaum noch möglich ist, die wirklich wichtigen Argumente für die gesamte Stadt zu erläutern. Diese Diskussion ist mehr emotional, weil sie sie Fakten der Stadt - aufgrund der Schuldenlage nicht gerade berauschend - nicht berücksichtigt.
Leider fehlt da in dieser noch nicht stattgefundenen Diskussion die Führung, die da mal den Weg aufzeigt. Kurzum: Der gerade ins Amt gewählte Oberbürgermeister Gerrit Elser drückt sich gerade auch nicht gerade aus, um allen beteiligten Parteien deutlich zu machen, wie eine Entscheidung, die alle Belange berücksichtigt, nun gefällt werden muß.
Meine Vermutung: Das wird sich schön hochschaukeln und das wird nicht gut werden. Eigentlich ein Lehrbeispiel für die Steuerung von Kommunikation, die gleichsam mit der sachlichen Auseinandersetzung geplant werden muß.
Wir warten mal ab.
cdv!
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