Beginnen wir einfach damit, dass es jetzt ernst wird. Noch sind es drei Tage, bis unsere Leistungsschau des Gewerbe- und Handelsvereins am Samstag startet. "Bärenstarke Giengen-Tage"
Was das ist? Nun ja, eine Ausstellung der heimischen Betriebe. Damit es noch besser wird, haben wir die Unternehmen, die sonst in der Innenstadt beheimatet sind, in ein Zelt gepackt. Drumherum sind im Gewerbegebiet jede Menge Betriebe, die am Samstag und Sonntag ausstellen werden. Insgesamt 50 an der Zahl. Vom Zimmereibetrieb über den Stukkateur und die Druckerei bis hin zu den Fahrzeughändlern, die ohnehin schon konzentriert in diesem Gebiet zu finden sind.
Mit den ersten Vorbereitungen haben wir im November des letzten Jahres begonnen. Und ich mag niemandem erzählen, wie aufwändig es ist, die Unternehmer unserer Kleinstadt von der Notwendigkeit der Präsenz zu überzeugen. Nur so viel: Die einfachsten Kandidaten brauchten etwa drei Ansprachen. Da waren mir die mit der ruppigen Absage fast schon lieber.
Ich mag auch gar nicht mehr lästern, wenn ich den Spruch "Mensch, habe ich noch gar nicht mitbekommen..." höre. Mittlerweile sind wir auch Papst. Während ich die Zahl der Anschreiben und Ansprachen zähle, höre ich dann immer wieder: "Bringt doch sowieso nichts". Klagen über schlechte Geschäfte werden von mir aber nicht mehr entgegengenommen. Die Formulare dafür sind aus.
Dass sich die letzten immer noch nicht entschieden haben, sage ich hier gar nicht mehr. Geschweige von denen, denen es jetzt einfällt die Teilnahme abzusagen. Eine Woche vor Beginn. Kein Kommentar. Ich denke mir mein Teil.
Wir verschweigen einfach auch, dass es dann noch ordentliche Rivalitäten gab. Und immer noch gibt. Motto: Wenn der, dann ich nicht. Oder umgekehrt. Kenne ich aus dem Kindergarten. Hat mich also wenig überrascht.
Wir wollen nun auch nicht mehr erwähnen, dass es dann noch leichte protokollarische Schwierigkeiten gibt. An den Definitionen von "Entwurf" und "Einladung" arbeite ich noch. Es geht mir nicht leicht von der Hand, das gebe ich zu.
Jetzt wird es ernst. Morgen am Mittwoch stellen wir nämlich das Zelt auf. Das ist nicht so klein, genau: 25 x 30 Meter groß. Das braucht eine Menge Leute, wie ich heute gelernt habe. Und dann zeigt sich schnell, wer Freund oder Feind ist. Und da wir jetzt nicht genügend Leute sind, muß der Bleistiftschubser morgen auch mit ran.Geht klar!
Wenn wir dann in den nächsten Tagen noch die Hausaufgaben für den Gastronomen gemacht haben, alle Befindlichkeiten berücksichtigt haben, die letzten Wegweiser aufgestellt haben, und dann die Eröffnung über die Bühne gebracht haben, dann kann's eigentlich losgehen.
Zwei Tage lang haben alle teilnehmenden Betriebe die Chance neue Kunden für sich zu gewinnen, sie von ihren Leistungen zu überzeugen. Ach ja, da war ja noch etwas.
Und: Nächstes Jahr wollen wir in unserer Kleinstadt wieder den Reichsstadtmarkt veranstalten. Klaus, der emsige Zimmerer, und ich gucken gern zu.
cdv!
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